Die Weltgeschichte

Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen

Erscheinungsdatum: 31.12.2020

Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen und wie die Fische zu schwimmen. Aber wir haben die einfache Kunst nicht erlernt, als Brüder zu leben. Martin Luther King jr.

Die Weltgeschichte

Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht es Euch auch so, wie mir? Täglich werden wir von aktuellen Nachrichten und historischen Rückblicken bis in die Urgeschichte geradezu überflutet. Vielfach ist es dann nicht leicht, die Geschehnisse wie die kleinen Teile eines rätselhaften und verwirrenden Puzzles in das komplexe Mosaik der Zeitabläufe und des Wissens einzuordnen und in ihrer Tiefe zu verstehen; denn auch ein Puzzle verstehen wir ja erst allmählich, je mehr wir die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammensetzen.

Sicherlich ist es ambitioniert, vielleicht sogar anmaßend, das sich seit dem Urknall vor 13,82 Mrd. Jahren immer schneller ausbreitende Universum, die Formung unserer Milchstraße als eine von unvorstellbaren 1.000 Mrd. Galaxien mit jeweils rund 100 Mrd. Sternen, den Aufbau unseres Sonnensystems und unserer Erde vor 4,6 Mrd. Jahren sowie das Entstehen des sichtbaren Lebens seit 541 Mio. Jahren und die Entwicklung der Menschheit seit etwa 2,8 Mio. Jahren bis heute in einer einzigen „Weltgeschichte“ darstellen zu wollen. Zwar besteht an Lexika und Enzyklopädien zur Weltgeschichte bestimmt kein Mangel; hinzu kommen ungezählte Gesamtdarstellungen, von denen viele auf ihre Weise sehr gut sind, wie zum Beispiel „Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser“ des Kunsthistorikers Ernst Gombrich oder „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ des Historikers Yuval Noah Harari. Aber die Faszination der Geschichte als Grundlage unserer gesamten Bildung und Erfahrung sowie die jüngsten Ereignisse und die Sorge um den Verlust unseres „abendländischen“ Wertegerüstes haben mich dazu inspiriert, meinem Faible und meinem großen Vorbild Leopold von Ranke (*1795; †1886) zu folgen und diese „Universalgeschichte“ aufzuschreiben: Wie Perlen an einer schier endlos langen Schnur möchte ich die vollständige Geschichte vom Urknall bis heute in der zeitlichen Reihenfolge übersichtlich und unterhaltsam nachverfolgen. Dabei möchte ich dem Leser ein Kompendium historischen Wissens an die Hand geben, das nicht nur dem Interesse für geschichtlich-politische Ereignisfolgen gerecht wird, sondern auch kulturelle, geistige, wirtschaftliche und soziale Fragestellungen und ihre Hintergründe angemessen berücksichtigt. Dabei werde ich auch die aktuellen wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse anschaulich darstellen. Abschließend möchte ich dann einmal mehr über die Würde des Menschen philosophieren und meine 10 Phantasien für eine bessere Welt aufschreiben.

Weltgeschichte im Speed Dating: Die Weltgeschichte im Zeitraffer

Maximales Wissen mit minimalem Aufwand

Aufgrund des Umfanges habe ich diese "Weltgeschichte" in acht Bände aufgeteilt. Aber keine Angst: Damit Ihr Euch nicht gleich durch das ganze vielseitige Kompendium „durchkämpfen“ müsst, bietet Euch der erste Band mit dem 1. Kapitel „Weltgeschichte im Speed-Dating“ die Weltgeschichte vom Urknall bis zur heutigen aus den Fugen geratenen Welt wie im vielfach beschleunigten Zeitraffer. Zur besseren Übersicht und unter Ausblendung der Details enthält er einen raschen chronologischen Streifzug durch die wichtigsten Etappen der Geschichte – ganz nach dem Motto: Maximales Wissen mit minimalem Aufwand!

Zugleich bietet diese Betrachtung den Vorteil, dass auch Ereignisse und Sinnzusammenhänge in längeren Zeitabschnitten sichtbar und verständlich werden, die bei den detaillierten Ausführungen nicht oder schwerer wahrnehmbar sind. Die Überschriften der einzelnen Zeitraffer-Etappen enthalten Querverweise zu exakt den entsprechenden ausführlichen Haupt-Kapiteln dieses Buches. Ohne Euch durch das ganze Kompendium „durchzukämpfen“, könnt Ihr damit also ganz leicht zu demjenigen historischen Abschnitt springen, den Ihr wie mit einem Vergrößerungsglas näher betrachten möchtet. In der elektronischen Ausgabe dieses Buches braucht Ihr sogar überall nur auf die entsprechenden Kapitel-Nummern oder Seitenzahlen im „Speed Dating“ zu klicken und schon werdet Ihr genau in die ausführlichen Haupt-Kapitel dieses Buches „hineingelinkt“. Zudem schaffen zahlreiche Querverweise im Text rasche gedankliche Verknüpfungen. Schnellen Zugang zu den einzelnen Themen erhaltet Ihr auch durch das präzise Inhaltsverzeichnis und Kalendarium im 36. Kapitel sowie das detaillierte Stichwortregister im 37. Kapitel am Ende des achten Bandes.

DIE „UNIVERSALGESCHICHTE“

AUCH ALS CHRONOLOGISCHES NACHSCHLAGEWERK

Dieses Buch wendet sich – auch als Nachschlagewerk – an alle Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Interessierte, die sich einen leicht zugänglichen, chronologisch geordneten und fundierten Ein- und Überblick in und über die spannende Geschichte des Universums, der Welt und der Menschheit sowie über die aktuellen Brennpunkte unserer Zeit verschaffen möchten. Dies gilt umso mehr, als in zahlreichen Bundesländern, wie z.B. in NRW, die politisch-historische Bildung zugunsten anderer Schulfächer aufgegeben wird. Dies ist meines Erachtens nicht nur bildungspolitisch unverantwortlich, sondern gefährdet auch unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt: Denn in Zeiten von Populismus und Fake News leben wir in einer schwierigen und herausfordernden Welt, wie auch die Jugendbewegung „Fridays for Future“ zeigt. Angesichts fragwürdiger Welt- und EU-Politik sollten wir nicht resignieren. Denn wie die Geschichte zeigt, ist unser Europa mit das Schönste, was es auf der Welt gibt: Wir haben hier Menschen, Kultur und Landschaften. Alles ist gewachsen. Und das Wichtigste im Zuge der Geschichte: Wir haben vor allem Freiheit und überwiegend Frieden. Zukünftig sollten wir daher zur Stabilisierung unserer Gesellschaft nicht weniger, sondern erheblich mehr als bisher politisch gebildet werden – und zwar nicht nur per Twitter & Co. Es ist notwenig, dass wir alle mit dem Verständnis der Geschichte und Politik, den Herausforderungen der Zukunft, insbesondere Flüchtlingsproblematik, Krieg, Terrrorismus und Rechtspopulismus, der weltweit wachsenden Bedeutung religiöser Phänomene sowie mit dem wirtschaftlichen Basiswissen vertraut gemacht werden. Die modernen Erkenntnisse friedlich zu nutzen und die Risiken der Gegenwart verantwortungsbewusst zu bewältigen, ist nur bei einer kritischen Rückbesinnung auf unsere Geschichte möglich. Das vorliegende Buch will dazu einen grundsätzlichen Beitrag leisten. – Auch die Befürworter des Brexit täten gut daran, diese Gedanken zutiefst zu verinnerlichen! – Durch die Schilderung vergangener Epochen möchte ich zum Verständnis der eigenen Zeit beitragen. Dabei soll dieses Buch geschichtliches Wissen vertiefen, Gelerntes wieder ins Bewusstsein bringen, dem Suchenden mit seiner chronologischen Darstellung einen raschen Überblick verschaffen, und neben präziser Faktenvermittlung ein informatives und unterhaltsames Lesevergnügen bieten. Als Quellen habe ich alle mir zur Verfügung stehenden Publikationen und Medien von „Bibel“ über „Google“ bis „Wikipedia“ verwendet, wobei ich allerdings – ich bitte um Verständnis – aus Platzgründen nur die wichtigsten Fundstellen habe zitieren können.

Die Welt vom „Urknall“ bis zur heutigen Welt in Unordnung

Sicherlich interessiert es viele von uns zunächst, wie das „Universum“ entstanden ist und wo wir eigentlich in diesem riesigen Universum leben: Um es kurz zu sagen: Vor 13,82 Mrd. Jahren war es das größte „Weltwunder“, als unser Universum durch einen „Urknall“ geboren wurde. Seitdem dehnt es sich mit etwa 1.000 Mrd. Galaxien und unserer Milchstraße mit jeweils rund 100 Mrd. Sternen immer schneller aus. Vor 4,6 Mrd. Jahren entstand dann unser Sonnensystem mit unserer Erde am Rand eines Seitenarms unserer Milchstraße bzw. Galaxis in einer „sehr guten habitablen und komfortablen Wohnlage“.

Erst seit 541 Mio. Jahren begann das „Erd-Zeitalter des sichtbaren Lebens“ und erst seit 2,8 Mio. Jahren – in kosmischen Maßstäben vor einem „Wimpernschlag“ – entstand dann die Menschheit von Altsteinzeit bis Eisenzeit. Zwar bestand auch der Mensch zunächst nur aus Sternenstaub. Aber irgendwann in den Millionen Jahren kosmischer Geschichte geschah dann etwas Wunderbares: Nach und nach erlangte der Mensch im Gehirn sein Bewusstsein und seine Intelligenz, die entscheidend wurde für das, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Alles begann in einem abgelegenen fruchtbaren Tal im Osten des afrikanischen Kontinents, wo vor 2,5 Mio. Jahren die noch affenartigen Vorgänger des Homo sapiens lebten. Die Rolle, die sie im Ökosystemen spielte, war allerdings nicht größer als diejenige von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 160.000 Jahren war der „Homo“ immer noch ein unbedeutendes Lebewesen, das sich den Planeten mit mindestens 5 weiteren menschlichen Spezies teilte, aber allmählich auf die Idee gekommen war, Steine zu bearbeiten, um mit ihnen Fleisch zu schneiden. Er war eine Gattung der Menschenaffen in der Klasse der Säugetiere, zu welcher der anatomisch moderne Mensch und seine nächsten ausgestorbenen Verwandten gehören. Mit seinen Sensoren, wie den Augen und den Ohren, erhielt er aber immer komplexere Informationen, mit deren Verarbeitung er ein Verständnis für das Universum und seine Umwelt entwickeln konnte. So konnte er immer genauer herauszufinden, was in einer bestimmten Situation zu tun ist, um auf seine Umwelt einzuwirken.

Die drei einschneidenden Veränderungen der Menschheit: die kognitive, die landwirtschaftliche und die wissenschaftliche Revolution

Vor 70.000 Jahren vollzog sich dann mit dem „Homo sapiens“, dem „weisen Menschen“, ein mysteriöser Wandel hin zu der kognitiven Revolution. Vor allem waren es die Beschaffenheit seines Gehirns und seine einzigartige Fähigkeit zur Kooperation, die ihn „Out-of-Africa“ zum Beherrscher und zur Bedrohung des Planeten werden ließen. Seine DNA gab die Blaupausen des Lebens von einer Generation an die nächste weiter. Alles, was die Zivilisation zu bieten hat, wurde ein Produkt menschlicher Intelligenz. Was lockte war – wie Richard David Precht es formuliert hat – „die Aussicht, intelligenter über die Welt nachdenken zu können, als zuvor.“ Hierdurch wurde der Mensch allmählich von einem unbedeutenden Lebewesen unter vielen zu einer herausragenden Spezies, die für sich immer mehr die Vorherrschaft auf der Erde beanspruchte. Das grundlegende Element hierfür war dann die Entwicklung einer abstrakten Sprache, die zu mehr in der Lage ist, als Dinge zu beschreiben, die in der physischen Welt tatsächlich existieren: Sie ermöglichte die Entstehung gemeinsamer Mythen, Märchen und Ideale, die dem Menschen halfen, sich in immer größeren Gruppen zusammenzuschließen. Solche gemeinsamen Vorstellungen und Überzeugungen bilden bis heute die Basis, um Millionen von Menschen unter anderem in Nationen, Kulturen und Religionen zu vereinen.

Seit seiner landwirtschaftlichen Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit bzw. Neusteinzeit vor rund 12.000 Jahren, dem sog. Neolitikum, führte die landwirtschaftliche Revolution dazu, dass aus Jägern und Wildfängern ansässige Hirten und Bauern wurden. Allerdings war die Landwirtschaft für die Menschheit nicht nur ein Segen, sondern führte auch zu neuen Krankheiten, mehr Arbeit und mehr Ungerechtigkeit. Eine Wahl hatte der Mensch aber nicht mehr, da die neue Nahrungsmittelversorgung zu einer immer weiter steigenden Population führte, sodass man nicht mehr zur Lebensweise der Jäger und Sammler zurückkehren konnte. Mit der Ausbildung der frühen Hochkulturen begann die geschichtliche Epoche des Altertums begann vor allem in den Flusstälern Mesopotamiens und Ägyptens und die Urgeschichte ging seit etwa 7000 v. Chr. allmählich in die Weltgeschichte über. Dabei entstanden nun nach und nach auch die großen Weltreligionen (7000 v. Chr. – 632). Im griechischen Altertum und antiken Griechenland (1300 – 146 v. Chr.) stellten die Griechen dann in bewusster Abkehr vom orientalischen Despotismus das Individuum ins Zentrum der Weltsicht und entwickelten demokratische Lebensformen. Assyrien, das erste iranische Meder-Reich, Babylonien und das persische Achämenidenreich waren sodann die ersten Großreiche der Geschichte (728 – 280 v. Chr.). Zudem entstanden aus einem gemeinsamen „Grundvolk“ die Kelten (Gallier), Germanen und Römer. Letztere traten dann mit dem Römischen Reich, dem „Imperium Romanum“, das Erbe des antiken Griechenlands an. Trotz aller Widerstände begann sich dort das Christentum zu entfalten (1200 v. Chr. – 476). In der Zeit von 250 v. Chr. – 600 waren dann die Reiche der Seleukiden und der Parther die größten Rivalen Roms, und von 224 bis 651 das Reich der neupersischen Sassaniden der einzige gleichrangiger und schließlich tödlicher Konkurrent Roms.

Besonders in den letzten 2.000 Jahren des „Menschenzeitalters“, vor allem aber seit rund 500 Jahren markierte schließlich die wissenschaftliche Revolution den Beginn der modernen (Natur-) Wissenschaften, deren Entdeckungen und Erfindungen die Evolution bis heute immer schneller und stärker beschleunigen. Der Mensch hat seitdem wie kein anderes Lebewesen seine „großartige“ Intelligenz und Kreativität zu schöpferischem und zerstörerischem Handeln immer weiter perfektioniert und als Schrecken der Menschheit und des Ökosystems immer tiefere Spuren hinterlassen.

Die Epochengrenze zwischen Altertum und Mittelalter

Zwar besteht keine exakte Jahreszahl für die Epochengrenze zwischen Altertum und Mittelalter, d.h. dem Zeitalter des Überganges vom Altertum zur Neuzeit. Meist wird aber die Zäsur des Jahres 476 gewählt, als der letzte weströmische Kaiser gestürzt wurde. In den Jahren 400 bis 800 kam es zur Völkerwanderung in Europa und dem Zerfall der Westhälfte des Römischen Reiches in 3 politische Gebilde: Das Oströmisch-Byzantinische Reich, die Kalifate der muslimischen Araber sowie das Frankenreich. So begann von 568 bis 1500 das Ende der Antike und der Beginn der Neuzeit im Früh-, Hoch- und Spätmittelalter sowie die Geburt Europas im Mittelalter mit seinen 6 Entwicklungsstufen. Im 15. Jh. kam es dann zum Bruch zwischen dem Spät-Mittelalter und der Neuzeit, dem neuen Weltbild des Humanismus und dem Beginn der Renaissance.

Der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit

Noch weniger als das Ende des Altertums ist der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit zu definieren. Zwei Zeitpunkte haben sich hier bewährt: die Entdeckung Amerikas durch Columbus 1492 und Luthers Reformation 1517. Die politische Geschichte der neueren Zeit, etwa seit der französischen Revolution 1798, war gekennzeichnet durch einen in seiner Geschwindigkeit vorher nicht gekannten Wechsel der Führungsmächte. Das Ende des Mittelalters und die „Frühe Neuzeit“ in Europa mit Renaissance, Reformation und Buchdruck vollzog sich im 16. Jh. Das 17. Jh. bedeutete dann das Jahrhundert der Kriegskatastrophen, das Ende der mittelalterlichen Feudalordnung, die Nationalstaaten, die deutsche Kleinstaaterei und die Türken vor Wien. Zur Aufklärung, der Moderne in Europa, der Französischen Revolution und Machtergreifung Napoleons kam es im 18. Jh. Im 19. Jh. folgte das Ende des Zeitalters der Revolutionen, das Zeitalter des Kapitals und des Imperialismus. Vom 08.06.1815 bis 1866 kam es zur Gründung des Deutschen Bundes als Staatenbund auf dem Wiener Kongress und am 01.07.1876 wurde der Norddeutsche Bund als Bundesstaat anstelle des aufgelösten Deutschen Staatenbundes unter preußischer Vorherrschaft gegründet. Die Kaiser der Hohenzollern waren sodann von 18.01.1871 bis 1918 die Herrscher im Heiligen Römischen Reich und Deutschen Kaiserreich.

Die Epoche der Neuzeit im 20. Jahrhundert

Das 20. Jh. war als Epoche der Neuzeit besonders geprägt durch den Imperialismus und die beiden Weltkriege sowie den daraus erwachsenden Niedergang der europäischen Kolonialreiche und den Kalten Krieg, vor allem aber durch den Ersten Weltkrieg (28.07.1914 – 11.11.1918), das Ende des deutschen Kaiserreiches (28.11.1918), die „Weimarer Republik“ als erste demokratische Republik Deutschlands von der Ausrufung bis zur Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler (09.11.1918 – 30.01.1933), das „Dritte Reich“ mit der nationalsozialistischen Machtergreifung und nationalsozialistischen Diktatur (30.01.1933 – 08.05.1945) sowie den Zweiten Weltkrieg (01.09.1939 – 08.05.1945). Einige Historiker lassen die Zeitgeschichte mit dem Zeitalter der Weltkriege beginnen, jene Epoche, deren Zeitgenossen wir sind. Sie ist bestimmt gewesen vom Aufstieg der „Flügelmächte“ USA und Sowjetunion und von dem Gegensatz der sich um sie bildenden Blöcke. Der „Kalte Krieg“ zwischen ihnen im Zeitalter der Kernwaffen bedrohte die Existenz der Menschheit und band ungeheure Energien, die dringend zur Lösung anderer Menschheitsprobleme benötigt werden: Bevölkerungsexplosion, Umweltverschmutzung, Hunger, Rohstoffverknappung. Der Wandel in der Sowjetunion und den Ost Europa hat das ganze Ausmaß der vernachlässigten Aufgaben deutlich werden lassen. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer (08.05.1945 – 09.11.1989) und der Fall der Berliner Mauer kennzeichneten sodann eine glückliche Übergangsphase (09.11.1989 – 27.02.2014).

Der Beginn des dritten Jahrtausends: Die Unfähigkeit der Menschen, Frieden zu halten

Geradezu euphorisch und in freudiger Erwartung hat die Menschheit am 01.01.2001 auf den 7 Kontinenten Antarktika, Nordamerika, Südamerika, West- und Osteuropa, Asien, Afrika und Australien mit riesigen Feuerwerken den Beginn des dritten Jahrtausends (Millenniums) gefeiert. Ein unermesslicher und kaum zu beschreibender Schock für die gesamte freiheitlich denkende Menschheit waren dann zu Beginn des 21. Milleniums die entsetzlichen Terror-Anschläge vom 11. September 2001 in New York, auch kurz Nine-Eleven genannt, die für ein globales Ensetzen sorgten. An diesem Tage lenkten insgesamt 19 Selbstmordattentäter der islamistischen Terror-Organisation Al-Qaida 2 von insgesamt 4 koordiniert entführten Flugzeugen in die beiden Türme des World Trade Center. Der Einsturz der Zwillings-Türme des World Trade Centers führten zu einem terroristischen Massenmord, bei dem etwa 3.000 Menschen ums Leben kamen; weitere 15.100 Personen konnten sich aus den WTC-Gebäuden retten. Dabei haben wir nicht geahnt, dass die Welt schon so bald in bisher nie gekanntem Ausmaß in Aufruhr und Unordnung geraten und sich in einen an so vielen Orten brennenden Feuerball verwandeln würde. Blickt man aus heutiger Sicht über die Jahrhunderte – ja sogar Jahrtausende – auf die Menschheitsgeschichte zurück, so zeigt sich vor allem das bedrückende Fazit: Die Unfähigkeit der Menschen, Frieden zu halten.

Die Welt aus den Fugen: Die Alarmstufe „Rot“

Die Welt ist aus den Fugen! Selbst die „Ordnung“ zur Zeit des Kalten Krieges von 1947 bis 1989, als sich die Westmächte unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und der sog. Ostblock unter Führung der Sowjetunion mit allen Mitteln gegenseitig in Schach hielten, ist lange dahin, ohne dass sich eine neue Ordnung gebildet hätte. Wer hätte, als die Zeit der „erweiterten Abschreckung“ des Kalten Krieges zu Ende ging, gedacht, dass man sich schon bald wieder nach den Sicherheits- und vertrauensbildenden Systemen der wechselseitigen Kontrolle und Abschreckung im „rohen Gleichgewicht“ („rough balance“) zwischen den Supermächten des Kalten Krieges in Ost und West sehnen würde. Zu viele Akteure verhindern heute eine – wie auch immer geartete – Stabilität.

Dabei zeigt z.B. das jährliche „Konfliktbarometer“ des renommierten Heidelberger Institutes für Internationale Konfliktforschung (HIIK) schon jetzt die Alarmstufe „Rot“: Weltweit gibt es 409 politische Konflikte, von denen 223 mit Waffengewalt ausgetragen werden; 43 Konflikte sind „hoch gewaltsam“, und zwar 24 als „begrenzte“ Kriege und 19 als „unbegrenzte“ („richtige“) Kriege, von denen immer mehr Länder betroffen sind. Ein ähnliches Ergebnis erbrachte eine Zählung der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) der Universität Hamburg: Danach sind im Jahr 2017 weltweit 31 Kriege, d.h. gewaltsame Massenkonflikte mit einem Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation, und bewaffnete Konflikte geführt worden. Die Experten registrierten das Ende von 3 Konflikten und den Beginn von 2 neuen Kriegen. Die zahlenmäßig von Kriegen am Stärksten betroffene Region war 2017 der Vordere und Mittlere Orient mit 12 Konflikten. Es folgten Afrika mit 9 und Asien mit 8 Auseinandersetzungen. In Lateinamerika und Europa war jeweils nur ein Krieg zu verzeichnen.

Ein besonderer Brennpunkt ist dabei zunächst der Nahe und Mittlere Osten, in dem westliche Interventionen seit den Zeiten der Kolonialisierung und Durchsetzung der Ölinteressen ihre desaströsen Folgen, darunter Terror, Staatszerfall und den Siegeszug islamistischer Milizen zeigen. In seinem Buch „Die große Heuchelei“ hat Jürgen Todenhöfer dargestellt, dass die Außenpolitik des Westens auf einer zentralen Lüge beruht: Seine oft terroristischen Militärinterventionen dienen nie der Freiheit und Demokratie, sondern stets ökonomischen und geostrategischen Interessen. Sein Fazit: Der Westen muss die Menschenrechte vorleben, statt sie nur vorzuheucheln. Ähnlich tragisch hat auch Michael Lüders die Realitäten unter anderem in seinem Buch „Wer den Wind sät – Was westliche Politik im Orient anrichtet“ beschrieben.

Nachdem die USA – wie man damals glaubte – bereits 2003 im Dritten Golfkrieg im Irak durch den Sturz des Diktators Sadam Hussein den Weg für Menschenrechte und Demokratie gegen Al-Qaida und Taliban freigeschossen hatten, begann ab Dezember 2010 in der arabischen Welt eine „Arabellion“. Diese wurde von der westlichen Welt schönfärbend als Arabischer Frühling gefeiert, um damit eine erwünschte Kehrtwende und Hinwendung der arabischen Welt zu westlich-freiheitlichen und -demokratischen Normen und Werten in (leider) weltfremder und unrealistischer Weise herbeizuführen. Anlass für die Proteste waren vor allem der Unmut und die Unzufriedenheit der Bevölkerungen mit den jeweils herrschenden autoritären Regimen und ihren ausgeprägten „Sicherheits“-Apparaten, fehlende Mitbestimmung der Bürger sowie Korruption in Staat, Wirtschaft und Verwaltung sowie – ganz allgemein – die politischen und sozialen Strukturen dieser Länder. Einen nicht unerheblichen Einfluss hatten dabei auch die Freedom Agenda und die Demokratisierungsversuche im Irak des damaligen US-Präsidenten George W. Bush, der sich außenpolitisch die weltweite Verbreitung der westlichen Demokratie herbeiführen wollte. Im Mai 2011 hielt US-Präsident Barack Obama eine Grundsatzrede, in der er die Revolutionen des „Arabischen Frühlings“ als historische Gelegenheit für die USA bezeichnete, um zu zeigen, dass Amerika die Würde eines Straßenverkäufers in Tunesien höher achte, als die rohe Macht des Diktators. Dabei zog Obama eine Parallele zwischen den arabischen Aufständen und der Geburt der USA im Kampf gegen die britische Herrschaft. Amerika müsse sich daher auf die Seite der arabischen Völker stellen. Bei diesen Worten war er weit davon entfernt, die auch von George W. Bush und seinem Vater mit riesigem militärischen Einsatz vertretene Hegemonialvorstellung der USA aufzugeben und das Aufkommen einer multipolaren Welt mit der Existenz divergierender Kulturkreise anzuerkennen. Auch in Europa und in Deutschland hoffte man auf einen „wahren“ arabischen Frühling und eine „echte“ Demokratisierung Arabiens nach westlichem Vorbild. Denn jedenfalls in Europa und in der westlichen Welt waren wir seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem gewissen geordneten und friedvollen Miteinander der Völker gelangt, nachdem wir in der ersten Hälfte des 20. Jh.s mit fast allen unseren Nachbarn auf dem kleinen europäischen Kontinent Kriege geführt hatten, was für uns Deutsche eine schwere Hypothek bleibt. Diese westliche Hoffnung artete geradezu in einen Jubeltaumel aus. Doch diese begeisterte Annahme sollte sich schon bald durch bittere Erfahrungen eintrüben und als naive Utopie und Irrglaube erweisen, zumal praktisch alle arabischen Herrscher, insbesondere auch in Libyen, Saudi-Arabien und Syrien die Stabilität ihrer Herrschaft im eigenen Land durch die Demokratisierungsbewegungen gefährdet sahen und gegen diese vorzugehen versuchten. Wie sich später zeigen sollte, war dieser Arabische Frühling eine historische Zäsur für den westlichen Friedenspozess, die sich bis in unsere Neuzeit und Zukunft dramatisch auswirkt. Im Westen glaubte man bereits, Zeuge einer historischen Abkehr der wichtigsten arabischen Nationen vom erstarrten Obskurantismus der Vergangenheit und ihrer Hinwendung zur säkularen Erleuchtung der Aufklärung zu werden. Sämtliche von außen ermutigten Revolten des Arabischen Frühlings zu Gunsten von Meinungsfreiheit und Parteienvielfalt sind nämlich letztlich in Militärdiktatur, Bürgerkrieg oder islamischer Intoleranz gestrandet. Wohl niemand hat die Hintergründe und Auswirkungen des im Hinblick auf die erhoffte Verbesserung der Menschenrechtslage ursprünglich positiv besetzten und später in sein Gegenteil verkehrten Begriffes der „Arabellion“ kompetenter und erfahrener beschrieben, als der deutsch-französische Journalist und Publizist Peter Scholl-Latour (*1924; †2014)Peter Scholl-Latour. Insbesondere in seinen lesenswerten Büchern „Die Welt aus den Fugen“ und „Der Fluch der bösen Tat“ hat er seine Meinung wie folgt zusammengefasst: „Man sollte endlich aufhören, den Leuten im Orient ständig mit unseren Vorstellungen von Demokratie und Marktwirtschaft zu kommen. Die Völker dort unten müssen für sich selbst entscheiden.“ Wie Recht Scholl-Latour mit seiner Meinung hatte, zeigte sich spätestens Mitte Februar 2019 im ägyptische Scharm el-Scheich am Südende der Halbinsel Sinai. Dort fand der erste Gipfel der EU und der Arabischen Liga sowie die Begegnung der Europäischen Union mit dem arabischen Krisenbogen und der Logik der Realpolitik statt unter dem Motto: „Die Europäer mussten lernen: Die Welt ist nicht so, wie sie es sich wünschen.“ Völkerwanderungen und wie man sie eindämmt, Terrorismus und wie man ihn abfängt – das waren die großen Themen. Die Kriege und Bürgerkriege der Nachbarschaft, von widerstreitenden Glaubensrichtungen befeuert wie von den Jugendrevolten des „arabischen Frühlings“, legen manchmal Pausen ein. Doch das Drama ist noch lange nicht zu Ende. Soziale Not und politische Unzufriedenheit erzeugen Bevölkerungsexplosionen und Migration, dazu die Rache der Fanatiker mit den Sprengwesten. Als Gastgeber entließ der ägyptische Präsident die europäischen Gäste am Ende des Gipfeltreffens mit einem Rat: „Achtet unsere Moral und unsere Werte, wie wir eure Werte achten.“ Dabei dauern allerdings die Folgen der „Arabellion“ in vielerlei Hinsicht fort, sind aber seit dem Jahr 2014 durch den islamistischen Terror großen Teils überholt worden und von diesem nicht mehr scharf zu trennen. Die meiste Aufmerksamkeit der Weltbevölkerung hat der Krieg gegen den sog. Islamischen Staat (IS) in Syrien und Irak erhalten. Tatsache ist, dass sich der Westen seit 30 Jahren und – wie Peter Scholl-Latour stets betont hat – vor allem seit dem „arabischen Frühling“ entgegen aller historischen Erfahrung durch ein Wunschdenken der Demokratien geblendet oder gar betäubt hat. Die Kräfte der Unordnung sind denen der Ordnung an Effizienz immer überlegen. Wenn es sich bei den Großen um Tyrannen und bei den Kleinen um Freiheitskämpfer handelt, ist das die letzte Hoffnung. Doch ansonsten bedeutet es, dass Regeln in der internationalen Politik immer schwerer durchzusetzen sind, auch Regeln der Humanität oder die Begrenzung von Massenvernichtungswaffen. Längst aber ist deutlich, dass es an Stabilität in der Staatenwelt und an den Koordinaten der Sicherheit mangelt, die lange Zeit verlässlich waren und es heute nicht mehr sind. Ein treibender Faktor der Konflikte war und ist auch der nicht zuletzt religionsbedingte Kampf zwischen den insbesondere vom Iran aus gesteuerten Schiiten und den besonders von Saudi-Arabien aus bestimmten Sunniten. Ägypten hat sich seit dem Sturz von Mubarak dem Iran angenähert; Saudi-Arabien versteht sich traditionell als Schutzmacht der Sunniten und fördert – auch finanziell – zahlreiche Nachbarn, wie z.B. die sunnitischen Monarchien Marokko und Jordanien.

Einerseits zeigt sich dies in dem seit 2011 andauernden schrecklichen Bürgerkrieg in Syrien. Auslöser des Konflikts war ein friedlicher Protest gegen das autoritäre Regime von Präsident Baschar al-Assad im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2011. Es kam zu einer wachsenden Einflussnahme des Auslands, neben dem Zustrom von Waffen kämpften auch immer mehr ausländische Freiwillige und Söldner in Syrien. Die ursprüngliche Motivation der Opposition, die Demokratisierung Syriens zu erreichen, rückte in den Hintergrund. Stattdessen trat der Kampf verschiedener Organisationen aus religiösen und ethnischen Gründen in den Vordergrund. Das Land zerfiel in Gebiete, die entweder von der Regierung Assads, Oppositionsgruppen, Kurden oder von Islamisten beherrscht wurden. Die direkte Beteiligung der Bündnispartner Assads – der Iran mit seiner libanesischen Hisbollah-Miliz und Russland mit seinem Militäreinsatz – sowie die Bildung eines internationalen Bündnisses unter Führung der Vereinigten Staaten gegen die sunnitische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) machte aus dem Kampf innerhalb Syriens auch einen regionalen Stellvertreterkrieg zwischen dem schiitischen Iran auf der einen und dem sunnitischen Saudi-Arabien mit seinen Verbündeten Türkei und Katar auf der anderen Seite. Die große „Säuberung“ durch den alawitisch-schiitischen Diktator Assad und seine „Schutzmächte“ Russland und Iran mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah mit dem Vernichtungskrieg gegen die eigene Bevölkerung zu ihrer völligen Gleichschaltung geht zügig voran. Der seit 2003 terroristisch agierende salafistische sog. Islamische Staat (IS) mit tausenden Mitgliedern, der sein dschihadistisches „Staatsbildungsprojekt“ als „Kalifat“ deklariert hatte, ist weitestgehend besiegt. Bis auf die Kurdengebiete im Nordosten steht praktisch ganz Syrien seit dem Sommer 2019 wieder unter der Kontrolle von Assad und seiner „Schutzmächte“. Den Westen scheint diese Entwicklung aber kaum noch zu interessieren. Ungerührt sieht die hiesige Politik und Öffentlichkeit zu, wie Assads Kriegskoalition Idlib in Schutt und Asche bombardiert, die Infrastruktur der Provinz systematisch zerstört und dabei bereits an die 500 Zivilisten getötet sowie über 400.000 Bewohner in die Flucht getrieben hat. Sehenden Auges hat der Westen Syrien preisgegeben und der Willkür Russlands und des Iran ausgeliefert. Der Triumph der Kriegsachse Damaskus-Moskau-Teheran wird uns noch schwer zu schaffen machen und verheerende weltpolitische Auswirkungen haben, deren Dimension man sich im Westen offenbar nicht bewusst ist – oder nicht sein will. Der große Gewinner ist Putins Russland. Gemeinsam mit dem Iran ist es Putin praktisch gelungen, den Westen aus dem Nahen Osten hinauszudrängen. Syrien ist aber auch zum exemplarischen Testfeld dafür geworden, wie weit man bei der Missachtung des humanitären Völkerrechts ungestraft gehen kann. Dieses ist damit zu Makulatur und die viel beschworene „liberale Weltordnung“ zur Farce geworden. Westliche Erwartungen, Assad könnte nach seinem Sieg den Ausgleich mit der internationalen Gemeinschaft suchen und seine Macht mit Oppositionskräften teilen, gehören angesichts dieser Realität ins Reich naiven oder selbstbetrügerischen Wunschdenkens. Seit Beginn des Krieges sind wohl rund 500.000 Menschen getötet worden. Rund 11,6 Mio. Syrer waren 2015 auf der Flucht, davon 6,3 Millionen innerhalb Syriens. Mindestens 5 Millionen schafften es, Syrien zu verlassen – die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda in den 1990er-Jahren. Auf Sand gebaut ist auch die Spekulation, Assad werde nach dem Ende des Krieges die rund 5,7 Mio. Flüchtlinge, die das Land verlassen haben, ohne Weiteres wiederaufnehmen und die Millionen Binnenflüchtlinge an ihre Heimatorte zurückkehren lassen. Verschärft wird die Lage dadurch, dass die Türkei, aber auch Jordanien und der Libanon massiv bestrebt sind, die Millionen syrischen Flüchtlinge schnellstmöglich loszuwerden, die in ihren Ländern Zuflucht gefunden haben. Zahlreiche von ihnen hat Erdogan bereits nach Idlib deportieren lassen, wo sie erneut in der Falle sitzen. Angeblich soll Erdogan sogar bereit sein, Assads Regime anzuerkennen, wenn dieses im Gegenzug Enklaven einrichtet, in die er die Unerwünschten ausweisen kann. Geht Assad darauf erwartungsgemäß nicht ein, wird den Flüchtlingen am Ende nichts übrigbleiben, als zu versuchen, nach Europa zu entkommen – ein Szenario für eine weitere massive Destabilisierung der EU. Durch die Beteiligung Russlands und der USA, die beide ihre eigenen Interessen verfolgen, entstand zudem ein überregionaler Konflikt zwischen den beiden Großmächten mit geostrategischen Implikationen, der durch die Luftangriffe der Türkei auf Kurden in Syrien 2015 und schließlich den Einmarsch regulärer türkischer Truppen im Frühjahr 2018 verschärft wurde. Die Beteiligung mehrerer fremder Mächte erschwert dabei die Beendigung des Bürgerkriegs. Bislang hat der Krieg in Syrien hat zweieinhalb Sieger: die Russen unter Präsident Wladimir Putin, die Iraner unter Hassan Rohani und – als halbe Portion – Syriens Staatschef Baschar al-Assad. Assad hätte sich ohne seine beiden Verbündeten niemals halten können. Künftig wird er eine untergeordnete Rolle spielen. Er wird nichts als eine Marionette sein. Marionetten lassen sich bekanntlich leicht in Gehenkte verwandeln. Im großen Spiel darf man Baschar al-Assad jedenfalls bis auf Weiteres vergessen. Entscheidend sind Russland und der Iran, die durch den Krieg in Syrien nun die Geschicke im Nahen Osten bestimmen. Putin fühlt sich derzeit so stark, dass er nicht nur glaubt, einen Ausgleich zwischen den Schiiten und Sunniten, sondern auch eine Absprache zwischen Israel und Iran zu erreichen. Sie soll es ermöglichen, beiderlei Interessen in Syrien zu berücksichtigen. Was für ein Trugschluss! Israel wird den Aufbau iranischer Militärbasen in Syrien nicht hinnehmen. Gelänge es Teheran tatsächlich, Truppen im Nachbarland zu stationieren, hätte Israel einen guten Grund, das Land präventiv anzugreifen. Gleiches gilt für die Versorgung der Hisbollah mit neuer iranischer Waffentechnologie. Von Putin hängt also nun der weitere Verlauf der Geschehnisse im Nahen Osten ab. Es spricht einiges dafür, dass in seinem Treiben der Ursprung des nächsten Krieges liegt. Alle, die sonst so gern das Ende des amerikanischen Einflusses überall auf der Welt fordern, müssten jetzt jedenfalls erkennen: Amerikas Abschied aus der Region hat die Gegend eher gefährlicher gemacht. Beide haben weitergehende Pläne. Israel ist akut gefährdet und wird sich zu wehren wissen. Russlands Präsident Putin hält sich für so stark, dass er möglicherweise glaubt, die Interessen Irans und Israels moderieren zu können. Wichtig ist zweierlei: Russland wird sich mit Luft- und Landstreitkräften in Syrien festsetzen. Und die Iraner werden dasselbe versuchen. Sie haben nicht nur die Hisbollah bis auf die Zähne bewaffnet, sondern schauen sich bereits nach geeigneten Orten für eigene Militärbasen und vielleicht sogar für einen eigenen Hafen um, während die USA als Ordnungsmacht fehlen und wir Europäer schweigend zusehen.

Ähnliches zeigt sich auch in dem seit dem 26.03.1915 andauernden entsetzlichen Stellvertreterkrieg im Jemen beim Kampf zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien, bei dem es vor allem um die Vormachtstellung in der Region und insbesondere auf der Arabischen Halbinsel geht. Die Eskalation begann, als vom schiitischen Iran unterstützte Huthi-Rebellen den Jemen überrollten.
Es war der Kriegsfall: das sunnitische Saudi-Arabien und seine Militärallianz gegen die Huthi-Rebellen und den schiitischen Erzfeind Iran. Das Königreich Saudi-Arabien kündigte an, sich mit einer Koalition arabischer Staaten – der sog. „Saudi-Connection“ in den Konflikt einzuschalten. Seit ihrer Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran haben sich auch die USA an der Seite von Saudi Arabien aufgestellt und versuchen, mit Sanktionen und Drohungen Druck auf den Iran auszuüben. Inzwischen hat der Krieg in dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel die derzeit schlimmste humanitäre Krise der Gegenwart ausgelöst. Er zerstört im Jemen auch noch das Wenige, das es dort gab, und die Bevölkerung leidet. Insbesondere fehlt es an Lebensmitteln: Über 10 Mio. Jemeniten sind mittlerweile vom Hungertod bedroht. Schon seit Jahren warnen prowestliche arabische Staaten vor der Achse Beirut–Damaskus–Bagdad und der Einmischung des Iran im Libanon, wo er die schiitische Miliz Hisbollah kontrolliert, in Syrien, wo er die Macht des Präsidenten Baschar Assad erhält, und im Irak, wo er schiitische Milizen finanziert, ausbildet und befehligt. Dabei fürchten nicht nur Israel, sondern auch die Golf-Staaten, Ägypten und Jordanien den zunehmenden Einfluss Teherans auf der Arabischen Halbinsel und eine Zangenbewegung des Irans im Süden, um den ganzen Nahen Osten in seine Gewalt zu bringen. Wie Netanjahu argwöhnen auch sie, dass ein Deal, der den Iran de facto als nuklearen Schwellenstaat anerkennt, die Mullahs auf dem Weg des Iran zur Atombombe und seinen Aggressionen in der Region ermutigt. Der US-Präsident Trump hat den Atom-Deal mit Teheran deshalb in Frage gestellt und wird darin durch den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu bestärkt. Inzwischen hat der Krieg im September 2019 mit der Bombardierung saudischer Ölquellen eine neue „Qualität“ erlangt. Die jemenitischen Huthi-Rebellen, deren mutmaßlicher Angriff auf die saudische Raffinerie die weltweiten Ölmärkte verunsichert hat, sind ein Modellfall iranischer Großmachtpolitik. Indem Teheran Milizen wie diese fördert, kann das Land mit minimalem Einsatz fast überall in der Region enormes Chaos stiften und damit realen Druck ausüben. Die USA, die größte Militärmacht der Erde, sind machtlos gegen diese Taktik. Obwohl sie doch eigentlich mit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen und der Verhängung von Wirtschaftssanktionen ihrerseits „maximalen Druck“ auf den Iran ausüben wollten. Das brachte Teheran jedoch nicht zum Einlenken im Atomstreit, und zuletzt schien Donald Trump auf Entspannung gesetzt zu haben. Dieses Entgegenkommen beantwortete Teheran dann allerdings nicht mit Dankbarkeit, sondern mit umso größerer Härte. Es droht eine Situation, in der die internationale Gemeinschaft dem Iran etwas bieten muss, um ihn zurück an den Verhandlungstisch zu holen. Dann hätte Trump den Kleriker-Staat gestärkt statt gezähmt. Das wäre der Bankrott seiner Nahost-Politik. Doch für Schadenfreude haben auch die Trump-Hasser keinen Grund.

Bei den 2017 beendeten Konflikten handelt es sich um die bewaffneten Auseinandersetzungen in Burundi, Mosambik und im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam. Neu hinzugekommen sind die Kriege in der Demokratischen Republik Kongo, wo ein Machtkampf um die Nachfolge von Präsident Joseph Kabila entbrannt ist, und im Südwesten von Myanmar, wo die Armee gegen die Minderheit der Rohingyas kämpft.

Die apokalyptischen Weltuntergangsszenarien: Der menschengemachte Klimawandel und das weltweite Wettrüsten

Momentan gibt es eine Konkurrenz von Weltuntergangsszenarien: Wenn die Deutschen, die alle kein neues Wettrüsten wollen, heute über die Apokalypse sprechen, geht es meist um den ökologischen Weltuntergang durch die menschen-verursachte (anthropogene) globale Erderwärmung. Eine Vielzahl der Deutschen hält den Klimawandel und den Klimaschutz für das drängendste politische Problem – aber eben nur eine Vielzahl. Betrachtet man nämlich die Wählergruppe der AfD-Anhänger, so dominiert bei ihnen die Sorge vor Zuwanderung und Asylanten. Die Gefahr einer nuklearen Auslöschung und eines atomaren Weltunterganges lässt die Deutschen dagegen weitgehend kalt: Wer die Bilder der Klimaschutz-Proteste des Jahres 2019 sieht, kommt freilich um einen Vergleich mit den Anti-Atom-Protesten der 1980er-Jahre nicht herum. Dabei bin ich der festen Überzeugung: Sowohl der Klimaschutz wie auch die Atomwaffen-Abrüstung und -kontrolle sind für das Fortbestehen der Menschheit im wahrsten Sinne des Wortes „existentiell“ und Frieden gibt es nicht mit, sondern nur ohne Waffen.

Der menschengemachte Klimawandel in unserer „habitablen“ Zone des Universums

Die Klimakrise ist die größte Katastrophe der Menschheit – Mit dieser apokalyptischen Botschaft richten sich die Klimaretter an Politiker, Institutionen und die Bevölkerung. Und in der Tat sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass sich unsere Erde als der bislang einzig bekannte Planet in einer für Menschen „habitablen“, d.h. bewohnbaren Zone des Universums befindet: Die menschliche Zivilisation funktioniert nur bei einer bestimmten „Betriebstemperatur“. Trotzdem sind wir gerade dabei, diese Temperatur dramatisch und Menschheits-vernichtend zu verändern. So weit, dass namhafte Experten befürchten, in seiner Gier nach Gesundheit, Glück und Macht stehe der Mensch durch aktuelle Entwicklungen, fortschreitende Technologien und künstliche Intelligenz an der Schwelle, als „Homo deus“ – wie Yuval Noah Harari es nennt – gottgleich in die noch verborgene Welt der Zukunft vorzustoßen und diese zu zerstören. Dies gilt umso mehr, als die Denkfabrik Global Footprint Network, die für ihre Berechnungen Daten der Vereinten Nationen nutzt, festgestellt hat, dass 2019 das Datum des Erdüberlastungstages (sog. „Earth Overshoot Day“) schon auf den 29. Juli fiel. Gemeint ist damit der Zeitpunkt, ab dem die Weltbevölkerung über ihre Verhältnisse lebt und mehr nachwachsende natürliche Ressourcen nutzt, als im Verlauf des Jahres nachwachsen können. Wir vermüllen, zertrampeln und vergiften die Erde, als hätten wir eine zweite in Reserve. Der Planet ist daher so früh erschöpft wie nie zuvor. Berechnet wird dieses Datum seit dem Jahr 1970 insbesondere anhand des Verbrauches von Holz, Ackerland und Fischgründen, aber auch des CO2-Ausstoßes und der Flächennutzung. Damals fiel der Tag noch auf den 29. Dezember. Nun, knapp 40 Jahre später, hat sich der Zeitpunkt der Erdüberlastung schon um 5 Monate nach vorne verlagert. Rechnerisch beansprucht die Weltbevölkerung also mittlerweile Ressourcen von 1,75 Erden. Deutschland benötigt aktuell etwa das Doppelte seiner verfügbaren Biokapazität. Kurzum: In immer schnellerem Tempo leben wir mit dem Raubbau an den globalen Ressourcen über unsere Verhältnisse und auf Pump zu Lasten unserer folgenden Generationen. Momentan gilt als Zauberwort für Ressourcenschonung und Klimaschutz: „Dekarbonisierung“. Das Karbon war in der Erdgeschichte die 5. Periode des Paläozoikums. Es begann vor etwa 358,9 Mio. Jahren nach dem Devon und endete vor etwa 298,9 Mio. Jahren vor dem Perm. Namensgebend für das „(Stein-)Kohlezeitalter“ waren die weltweit verbreiteten Kohleflöze vor allem im Oberkarbon (lateinisch carbo, die Kohle). Dekarbonisierung oder auch Entkarbonisierung bezeichnet daher die Umstellung der Wirtschaftsweise, speziell der Energiewirtschaft, in Richtung eines niedrigeren Umsatzes von Kohlenstoff. Das theoretische Ziel ist auf Dauer die Schaffung einer kohlenstofffreien Wirtschaft. Damit soll der menschliche Beitrag zur globalen Klimaerwärmung gestoppt, zumindest aber verringert, und das Weltklima gerettet werden. Die Politik reagiert auf die Mobilisierung der Öffentlichkeit deshalb vielfach mit ehrgeizigen Zielen zur Senkung der CO₂-Emissionen und verspricht nationale Klimaneutralität in wenigen Jahrzehnten. Etwa durch die Verankerung eines geschlossenen Materialkreislaufes in einem Klimaschutzgesetzi, um nicht nur Ressourcen effizient zu nutzen, sondern auch, um die Entstehung von Abfällen zu minimieren und im Idealfall sogar zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf eine kurzfristige finanzielle Wertschöpfung zu konzentrieren, sondern vor allem in den Bereichen Elektronik, Mobilität und Mode/Textilien auch den Wert für die Verbraucher, die Umwelt und die Gesellschaft als Ganzes mit einzubeziehen. Als Treiber können sich dabei nach Einschätzung der Beraterin Technologien wie Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, 3D-Druck, Robotik und Blockchain, aber auch Virtual und Augmented Reality erweisen, die die Produktivität und Effizienz erhöhen. Angesichts der Dramatik der gegenwärtigen, vor allem durch den Menschen verursachten (anthropogenen) globalen Erderwärmung und des noch längst nicht abgeschlossenen Klimawandels erscheint es als eine unverzeihliche Scheinheiligkeit, wenn am 30.03.2019 die erst 16 Jahre alte Umweltaktivistin Greta Thunberg, die mit ihrer „Fridays for Future“-Bewegung die deutsche Debatte geprägt hat, vor rund 2,4 Millionen TV-Zuschauern unter Standing Ovations mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet wurde, weil sie vor dem gängigen Lebensstil des westlichen Bürgertums warnt, dieses aber die Zerstörung unserer Erde weitgehend tatenlos hinnimmt und sogar fördert. Zusätzlich ernüchternd: Derweil sind die USA aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz ausgestiegen. Die Regierungen in Peking und Neu-Delhi denken gar nicht daran, ihren CO2-Ausstoß zu limitieren; vielmehr plant China plant sogar den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Das weltweite Wettrüsten

Besondere Angst macht auch das weltweite Wettrüsten: Die Länder mit den höchsten Verteidigungsetats sind die USA, China und Saudi-Arabien; vor allem haben aber auch Länder in Asien und im Nahen Osten zu den steigenden Militärausgaben beigetragen. Die Militärausgaben sind 2018 so hoch gestiegen, wie seit 30 Jahren nicht mehr: auf 1,8 Billionen US-$ – eine unfassbar hohe Zahl mit 14 Stellen – die ausgeschrieben fast eine Zeile füllen würde. Mit diesem Geld könnte man zum Beispiel die weltweite Armut bekämpfen, ein Viertel der weltweiten Ausgaben für Gesundheit finanzieren oder ein Drittel des globalen Bildungsbudgets stemmen. Stattdessen fließt dies Vermögen in neue Waffen, die Ausstattung von Armeen und die militärische Aufrüstung von Ländern dieser Welt. Waffen gibt es, seit es Menschen gibt. Sie werden je nach Blickwinkel der Besitzer hergestellt, um zu beschützen, abzuschrecken oder zu töten. Mit Waffen wurden und werden blutige Eroberungszüge und unsägliche Verbrechen durch machtbesessene „Führer“ begangen. Aber auch Freiheitskämpfer, Terroristen oder Befreier brauchen Waffen für ihren Einsatz. Die Geschichte der Waffen enthüllt die oft verblüffenden Zusammenhänge zwischen der Entwicklung neuer Waffen und den Folgen ihres Einsatzes – eine Dynamik, die über Jahrtausende die Geschicke der Menschheit geprägt hat. Die stetige Aufrüstung bremst die Suche nach friedlichen Lösungen für Konflikte auf der ganzen Welt: Ende Juli 2019 endete der INF-Vertrag für Intermediate Range Nuclear Forces zwischen den USA und Russland, das vielleicht wichtigste Abkommen zur atomaren Abrüstung und zur Atomwaffenkontrolle und ein Symbol für das Ende des Kalten Krieges. Donald Trump und Wladimir Putin verlängern ihn nicht und geben sich gegenseitig die Schuld dafür. Dabei betrifft das neue Wettrüsten nicht mehr die absolute Zahl nuklearer Sprengköpfe, sondern vor allem die Modernisierung der strategischen Atomwaffensysteme und Kernwaffenbestände sowie den weiteren Ausbau der konventionellen Waffen. Nach dem Ende des INF-Vertrages und dem Wegfall der Einschränkungen für die USA und Russland sind auch vermehrt neue landgestützte konventionell bewaffnete Raketen zu erwarten. Zudem experimentieren moderne Armeen mit Science-Fiction-Waffen wie der „Railgun“, die auf mehrere hundert Kilometer präzise trifft. Ob sie die Menschheitsgeschichte ähnlich stark prägen wird wie der Speer, wird die Zukunft zeigen.

Grundsätzlich nimmt das Risiko zu, dass das Ende des INF-Abkommens dazu beiträgt, dass die USA und Russland ihre Waffensysteme verstärkt modernisieren. Obwohl Russland sich aufgrund seiner schlechten Wirtschaftslage ein quantitatives Wettrüsten nicht mehr wird leisten können, lässt Präsident Wladimir Putin schon seit Jahren neue Raketen testen und stationieren. Auch alle anderen Atomstaaten sind damit befasst, ihre nuklearen Bestände auszubauen sowie neue Waffensysteme zu planen und zu stationieren. Bis auf die Vereinigten Staaten und in beschränkterem Ausmaß auch Frankreich und Großbritannien gibt jedoch keiner der Atomstaaten nähere Auskünfte über seine wahren Bestände. Die Volksrepublik China ist zu einer aufstrebenden neuen Supermacht geworden und betreibt u.a. ihre Aufrüstung mit atomaren Mittelstreckensystemen. Und dann gibt es da noch Staaten, wie den islamisch-schiitischen Iran mit einem eigenen Atomprogramm: Iran ist umgeben von Staaten, zu denen ein gespanntes bis feindliches Verhältnis besteht; dies betrifft vor allem das islamisch-sunnitische wahabitische Saudi-Arabien, auch die arabischen Golfstaaten, Pakistan und Aserbaidschan, die zudem – mehr oder weniger – mit den USA verbündet sind. Im Persischen Golf ist ein neues Spannungsverhältnis zwischen dem Iran einerseits sowie den USA und Großbritannien andererseits entstanden, zumal die USA – und dann auch der Iran – das JCPOA/Atomabkommen als „Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan“ beendet haben, während die europäischen Staaten bemüht sind, die Gespräche mit dem Iran über die Verifizierung der JCPOA-Umsetzung sowie die Überwachung der von Iran akzeptierten Nuklearverpflichtungen fortzusetzen. Das Verhältnis zwischen dem Iran und Israel war bis zur Islamischen Revolution 1979 im Iran freundschaftlich. Seitdem erkennt der Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an, sondern bezeichnet die israelische Regierung als „zionistisches Regime“ der sog. „besetzten Gebiete“, unterstützt radikalislamische Terrorgruppen im bewaffneten Kampf gegen Israel und spricht immer wieder Vernichtungsdrohungen gegen Israel aus. Israel betrachtet die iranische Führung seither als „größte Bedrohung Israels“. Der Iran bezeichnet die Vereinigten Staaten als „großen Satan“ und Israel als „kleinen Satan“. Aus Angst vor der nuklearen Bewaffnung Irans gibt es in arabischen Ländern Überlegungen, Atomprogramme zu starten. Das Nachbarland Türkei ist Mitglied der NATO. Zwar wurden zum Jahresende 2011 alle US-Soldaten aus dem Irak abgezogen, doch ist die politische Situation im Irak sehr brüchig und die Gefahr eines Bürgerkrieges besteht weiterhin. In Afghanistan sind nach wie vor US-Truppen stationiert. Die Regierungen z.B. Israels oder Nordkoreas äußern sich grundsätzlich gar nicht über ihr Atomprogramm. In Afghanistan steht die Trump-Regierung kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit den Taliban, das den Radikal-Islamisten eine Beteiligung an der Regierung sichern soll. Die damit scheinbar erreichte Stabilisierung des Landes soll den USA die Rechtfertigung dafür liefern, ihre Truppen abzuziehen, woraufhin auch die europäischen Kontingente folgen werden. Zurück bleibt eine schwache und zerrüttete staatliche Ordnung, die für die Taliban zu einer leichten Beute werden dürfte. Die Ansätze zu einer sich entwickelnden modernen Zivilgesellschaft sind für die Taliban westliches Teufelswerk, das zu vernichten sie als ihre heilige Pflicht ansehen werden, sobald sie an die Schalthebel der Macht gekommen sind. Eine neue massenhafte Fluchtbewegung ist damit bereits vorhersehbar.

Die Angst vor einem Atomkrieg mag aus heutiger Sicht altmodisch erscheinen; die Gefahr ist aber nicht retro, sondern aktuell – und wohl größer denn je und sogar brisanter als im „Kalten Krieg“ von 1947 bis 1989. Anders, als die „klare Situation“ zu Zeiten des Kalten Krieges, den die Westmächte unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und der sog. Ostblock unter Führung der Sowjetunion mit nahezu allen Mitteln austrugen, hat sich das internationale militärische Kräfteverhältnis inzwischen grundlegend verschoben. Wovon heute in der Bundesrepublik kaum Notiz genommen wird, führte in den 1980er-Jahren in Deutschland noch zu Aufruhr und Spaltung und die Friedensbewegung fürchtete ein apokalyptisches atomares Wettrüsten. Die NATO-Raketen wurden schließlich in Deutschland stationiert und in den folgenden 10 Jahren schlossen die damaligen Supermächte die Abrüstungsabkommen. Für die Deutschen ist der INF-Vertrag einfach still und leise ausgelaufen und es gibt kaum eine Reaktion auf das Ende der verabredeten nuklearen Abrüstung. Alle anderen großen europäischen Länder, ganz zu schweigen von den USA, Russland, China und Indien denken hingegen in strategischen Kategorien. Die deutsche Regierung darf in einer Zeit, in der die Gefahr des Bruches der transatlantischen Freundschaft besteht und in der in Deutschland ein verbreiteter Antiamerikanismus festzustellen ist, einer unbedarften Mehrheit nicht das Gefühl suggerieren, es gebe insoweit kein tiefgreifendes Problem. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, vertritt hierzu die Ansicht, dass Deutschland dringend mehr Verantwortung in der internationalen Sicherheitspolitik übernehmen muss, je weniger verlässlich das transatlantische Bündnis zu sein scheint. Insoweit gebe es einen Epochenwandel: Es könne nicht dauerhaft politisch tragfähig sein, dass 500 Millionen wohlhabende Europäer wesentliche Teile ihrer Sicherheit an den atlantischen Partner auf der anderen Seite des Ozeans outsourcen. Insofern müsse Europa das Thema Sicherheit energischer in die eigene Hand nehmen, handlungsfähiger werden, mit einer Stimme sprechen und sich zu einer Verteidigungsunion weiterentwickeln. – Die militärische Dimension ist – leider – ein integraler Bestandteil internationaler Politik.

Die aktuellen Herausforderungen der Weltpolitik

Betrachtet man die aktuellen Herausforderungen der Weltpolitik, so waren die Rollen jahrzehntelang verteilt: China produziert, Amerika konsumiert. Inzwischen macht das wieder entstehende chinesische Reich der Mitte als aufstrebende Macht keinen Hehl mehr aus seinem Streben nach weltpolitischer Dominanz. China will seinen politischen Einfluss über das südchinesische Meer schrittweise auf den Westpazifik ausweiten, um so zu einer wirklichen Weltmacht zu werden; zuerst in dem Anspruch auf die südchinesische und ostchinesische See und angrenzende Gewässer, danach auf das Pazifische Becken ohne Rücksicht auf konkurrierende Interessen, bis hin zu den Bodenschätzen Afrikas und der neuen Seidenstrasse.

Nun ist ein Kampf entbrannt um die technologische, wirtschaftliche und militärische Dominanz in der Welt. Die USA und China schießen nicht aufeinander, doch es tobt bereits ein Krieg auf wirtschaftlichem Gebiet. Denn die Vereinigten Staaten, genauer gesagt US-Präsident Trump, sind bemüht, mit der Politik des „America First“ sein Land (wieder) an die wirtschaftliche Weltspitze zu führen. Die USA verfolgen das Ziel, den wirtschaftlichen, politischen und militärischen Aufstieg Chinas aufzuhalten. Sie wollen verhindern, dass China die USA als größte Volkswirtschaft der Erde ablöst. Zugleich versuchen die USA, die Freiheit der Schifffahrt zu verteidigen und mit aller Kraft den Rang als maritime Weltmacht zu verteidigen. Und dabei geht es eben nicht nur um Zölle und Währungskurse, sondern um die langfristige geostrategische Machtposition. Die USA, als alter Hegemon, will der aufstrebenden neuen Macht China Einhalt gebieten. Dabei drohen Donald Trump und Xi Jinping die Ära des Freihandels zu beenden und setzen dafür auch Währungen als Kampfmittel ein. Die Regierung in Peking zeigt sich sogar bereit, ihre wichtigste Legitimation in der Bevölkerung, das Versprechen vom wirtschaftlichen Aufstieg, zu opfern, um den Handelskrieg mit den USA auszufechten. Wer dabei gewinnt, ist noch unklar; wer verliert, jedoch schon: Vor allem Deutschland. Putins Russland sieht sich unterdessen immer mehr in der Nachfolge der Sowjetunion und macht Übungen im Appeasement gegenüber dem Reich der Mitte, obwohl z.B. in Sibirien alte Rechnungen offenstehen.

Die Europäische Union (EU) wiederum wird – obwohl als Staatenverbund aus 28 europäischen Ländern und mehr als einer halben Milliarde Einwohnern politisch immer wichtiger – für viele Einwohner mit dem Brexit und vielerlei auseinanderstrebenden Interessen ein immer fremderes Gebilde. Mit Sorge ist zu beobachten, wie die über viele Jahrzehnte gewachsene schöne und politisch erstrebenswerte Idee und Vision Europas zu erodieren beginnt: In der derzeitigen politischen Entwicklung gibt es Tendenzen hin zu Isolation und zu Kleinstaatlichkeit. Offen ist, wie viel Kraft und Energie dann noch bleibt, um den nordatlantischen Sicherheitsbogen noch einmal dauerhaft zu spannen. Nicht nur wegen Donald Trump kündigt sich auch die geopolitische Leitfrage des Westens an, sofern es denn überhaupt noch ein einigendes Konzept gibt, das die industriellen Demokratien von der Beringsee bis zum Finnischen Meerbusen wieder verbindet und noch einmal handlungsfähig macht. Dabei wird sich Deutschland, anders als bisher, weder seinem eigenen Gewicht noch seinen Interessen als globaler Wirtschaftsfaktor entziehen können. In seinem Buch „Die große Heuchelei“ (Propyläen) hat Jürgen Todenhöfer dargestellt, dass die Außenpolitik des Westens auf einer zentralen Lüge beruht: Seine oft terroristischen Militärinterventionen dienen nie der Freiheit und Demokratie, sondern stets ökonomischen und geostrategischen Interessen. Sein Fazit: Der Westen muss die Menschenrechte vorleben, statt sie nur vorzuheucheln.

Die explosionsartige Vermehrung der Weltbevölkerung, der Kampf um die „Ressource Erde“ und der Beginn der mit mehr als 65 Millionen Menschen größten Völkerwanderung aller Zeiten

Unabhäng von der Unfähigkeit der Menschen, Frieden zu halten, wird es aufgrund der geradezu explosionsartigen Vermehrung der Weltbevölkerung erst recht einen Kampf um die „Ressource Erde“ geben: Nach dem Aussterben der Neandertaler und des Homo floresiensis vor 18.000 Jahren war der moderne Mensch „Homo sapiens“ die einzige überlebende Art der Gattung Homo. Den für seine Existenz bedrohlichsten Rückgang erlitt der moderne Mensch vor 75.000 Jahren, als sich nach dem Ausbruch des Supervulkans Toba (heute der Tobasee auf Sumatra) weltweit nur 1.000 bis 10.000 Personen retten konnten. Danach verbreitete sich der moderne Mensch von Afrika über alle anderen Kontinente aus. Bis zum Ende der letzten Kaltzeit vor 10.000 Jahren lebten dann etwa 5 bis 10 Mio. Menschen weltweit. Die Größe der Weltbevölkerung vor 2.000 Jahren wird auf etwa 150 bis 200 Mio. Menschen geschätzt. Vor 1.000 Jahren bestand die Weltbevölkerung dann aus etwa 300 Mio. Menschen. Bedingt durch Pest, Pocken und andere Seuchen gab es vor 500 Jahren weltweit etwa 500 Mio. Menschen. Nach dem Jahr 1700 setzte dann ein rapides Bevölkerungswachstum auf dauerhaft über 0,5 % im Jahr ein und erstmals in der Menschheitsgeschichte lag die Verdoppelungszeit im Bereich der Jahrhunderte. Um das Jahr 1800 überschritt die Weltbevölkerung dann erstmals 1 Mrd. Menschen. Nach einer wahren „Bevölkerungsexplosion“ lebten in der Neujahrsnacht zum 01.01.2018 knapp 7,6 Mrd. Menschen auf unserem Planeten Erde. Prognosen zufolge nähert sich die Weltbevölkerung bis 2050 der 10-Mrd.-Marke und im Jahr 2100 werden auf der Welt insgesamt voraussichtlich 11,2 bis 26 Mrd. Menschen leben, die teils mehr und teils weniger um ihre Existenz kämpfen. Zudem zählt eine aktuelle Studie – auch in Europa – 40 Mio. „moderne“ Sklaven.

Weltweit befinden sich mehr als 65 Mio. Menschen – so viele wie nie zuvor – auf der Flucht vor Krieg, Konflikt, Gewalt und Naturkatastrophen. In der historischen Forschung wird als sog. Völkerwanderung im engeren Sinne die Migration vor allem germanischer Gruppen in Mittel- und Südeuropa im Zeitraum vom Einbruch der Hunnen nach Europa um 375 bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568 bezeichnet. Die Völkerwanderungszeit fällt in die Spätantike und bildet für die Geschichte des nördlichen Mittelmeerraums sowie West- und Mitteleuropas ein Bindeglied zwischen der klassischen Antike und dem europäischen Frühmittelalter, da man sie beiden Epochen zurechnen kann. Die heutige Völkerwanderung wird bei uns lediglich wahrgenommen als „Flüchtlingskrise ab 2015“ mit der Einreise von über 1 Mio. Flüchtlingen, Migranten und anderen Schutzsuchenden nach Deutschland und Europa. Seit der weitgehenden Schließung der Westbalkanroute und dem EU-Türkei-Abkommen vom 18.03.2016 kommen im Monatsdurchschnitt deutlich weniger Asylsuchende nach Deutschland. Ihre Zahl ging im Jahr 2017 auf das Niveau von 2014 zurück und sank im ersten Halbjahr 2018 weiter. Bei der Aufnahme der Migranten durch die Bevölkerung in Deutschland und beim Umgang mit ihnen gibt es zwischen Willkommenskultur und Fremdenfeindlichkeit ein breites Spektrum an Einstellungen und Verhaltensweisen. Heute streitet die Staatengemeinschaft über gewisse Symptome, wie die Aufnahme einiger hundert Flüchtlinge aus dem Mittelmeer, anstatt die eigentlichen – gutteils selbst mitverursachten – Ursachen zu bekämpfen und sich klar zu machen: Die größte Völkerwanderung aller Zeiten hat begonnen!

Die „Zeitenwende“ angesichts der Revolution in der Information Technology (IT)

Seit dem Beginn des neuen Milleniums reibt sich die Menscheit die Augen angesichts der der Revolution in der Information Technology (IT). Aufgrund der rasanten „digitalen Revolution“ und der ständig weiterentwickelten (bzw. sich selbstständig weiter entwickelnden) Künstlichen Intelligenz“ sowie der daraus für die Menscheit entstehenden Chancen und Risiken stehen wir vor einer echten „Zeitenwende“, die von der Politik nur unzureichend beachtet wird. Dabei kann bisher niemand ermessen, welch neue Machtkonstellationen sich aus dem Cyberspace, aus der militärischen Nutzung des erdnahen Weltraums und aus den unbegrenzten, faszinierenden und noch kaum verstandenen Visionen Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben, und was sie an Unsicherheiten mit sich bringen. Das Cyberzeitalter hat noch keine Regeln oder rote Linien. Aber: Wut, Leidenschaft und Geschichtsvergessenheit dominieren. Die Märkte florieren, und dies, obwohl alle über die Geopolitik in Panik geraten. Die gleiche Vernetzung, die fabelhaften Reichtum gebracht hat, ermöglicht es auch politischen Krisen, von einer Ecke der Welt zur anderen zu wandern. Während die Technologie die Distanz überwindet, ist die neue digitale Welt kleiner, ängstlicher und klaustrophobischer denn je. Wir leben in einer Welt ohne Hemmungen. Die Distanz zwischen Präsident Eisenhowers Lebenserfahrung und jener Präsident Trumps ist gigantisch. Und es ist nicht nur die amerikanische Führungsqualität, die erodierte, während wir vom Atom- ins Cyberzeitalter gereist sind. Auch globale Institutionen und Führungspersönlichkeiten in anderen wichtigen Ländern sind davon betroffen.

Wie kein anderes Lebewesen hat der Mensch bis heute seine Fähigkeiten zu schöpferischem und zerstörerischem Handeln stetig „verfeinert“. Dabei steht die Menschheit jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus weiter gehen will. Vor allem fragt es sich, wie es dem Homo Sapiens ergehen wird, wenn er mit Hilfe der „Künstlichen Intelligenz“ einen technikverstärkten „Homo Deus“ erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet, als dieser vom Neandertaler. Insbesondere fragt es sich, was von uns und der modernen Religion des Humanismus bleibt, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir selbt. In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich soweit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind. Mit seinem Buch „Homo Deus“ ist Yuval Noah Harari in diese noch verborgene Welt der Zukunft vorgestoßen. Er hat beschrieben, was mit uns und unserem Planeten passieren wird, wenn die neuen Technologien den Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben.

Die „vierte industrielle Epoche“ ist in vollem Gange, wobei die Politik weitgehend schläft, wie der Philosoph Richard David Precht jüngst in seinem Buch „Jäger Hirten, Lritiker – Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ (Goldmann, München) geschrieben hat. Dabei wird die Digitalisierung der Lebens-und Arbeitswelten unser gesellschaftliches Zusammenleben weltweit in einem Ausmaß verändern, das wir nur dann in den Griff bekommen, wenn wir heute die Weichen für eine wünschenswerte Zukunft im digitalen Zeitalter richtig stellen und unser Gesellschaftssystem – auch hinsichtlich der Arbeit und ihrer Entlohnung, wie wir sie bisher kennen – konsequent anpassen und verändern.

Offen gesagt halte auch ich es für einen Skandal, wenn die Politik vielfach in einem gefährlichen klein-kleinen Tauschgeschäft der Gegenwart gegen die Zukunft verharrt, anstatt sich auch auf die zentralen und drängenden Zukunftsthemen der Menschen zu konzentieren. Schon ein Blick in das im Herder-Verlag erschienene Buch des Bundesvorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT), Carsten Linnemann, mit dem Titel „Die machen eh, was sie wollen – Wut, Frust, Unbehagen – Politik muss besser werden“, zeigt, dass die Menschen ein Recht darauf haben, dass die sie vertretenden Politiker sich um ihre Sicherheit, Ordnung und eine weitgehend planbare Zukunft bemühen.

„Phantasia – Über die Würde des Menschen“

Die Würde des Menschen und meine 10 Phantasien für eine bessere Welt

Gern folge ich dem Verständnis von Richard David Precht in der Einleitung seines Buches „Erkenne die Welt – Eine Geschichte der Philosophie, Band 1“: „Philosophieren ist das Schärfen unseres Instruments des Denkens in der Hoffnung, die begrenzte Zeit unseres Daseins ein wenig bewusster zu erleben. Und sei es auch nur, um zu verstehen, was wir nicht verstehen.“

Im letzten, dem 36. Kapitel philosophiere und phantasiere ich deshalb über die Würde der Menschen. Vom Anbeginn der Menschheit – und heute in besonderem Maße – haben von Machtmenschen verursachte Unterdrückungen und Kriege immer wieder unermessliches Leid und Sterben über die Menschen gebracht. Auch beim noch so intensiven Durchforsten der Zeitgeschichte wird man freilich keinen einzigen Gewaltherrscher und keinen einzigen Terror-Verbund finden, dem es gelungen ist, seine Ziele der Mehrheitsgesellschaft dauerhaft aufzuzwingen. Gleichwohl ist dies für alle vernünftig und humanistisch Denkenden erschütternd, unerträglich und inakzeptabel. Daher wird am Ende dieses Buches die Frage zu beantworten sein, ob der Mensch wirklich die „Krone der Schöpfung“ darstellt – wie es schon der Philosoph Aristoteles (*384 v. Chr.; †322 v. Chr.) gemeint hat, der als Schüler von Platon zu den einflussreichsten Philosophen der Geschichte gehört, und wie es im 1. Buch Moses der Bibel heißt. Die Zeiten der „Humanistenpäpste“ Nikolaus V. und Pius II. waren vorbei, als in Zeiten der humanistischen Renaissance auch mein Urahne Giovanni (Johannes) Pico, Conte della Mirandola (*24.02.1463; †17.11.1494), nach seinen kirchenrechtlichen und philosophischen Studien auf diesen Gedanken aufbauend seine Rede und Thesen „Über die Würde des Menschen“ („De hominis dignitate“) verfasst hat. Sehr zum Ärger des als Kleptokrat, Inquisitor und Hexenverfolger berüchtigten Papstes Innozenz VIII. hat er dabei erstmals den Begriff der „Menschenwürde“ als Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen zu definieren versucht, um alle Philosophien und Theologien zu einer Universalphilosophie und Universalreligion miteinander zu vereinen: Er forderte ein universelles und tolerantes Christentum ohne Dogmen und Gebote, versehen mit den Weisheiten und Erkenntnissen der Griechen, Juden und Araber. Papst Innozenz VIII. befürchtete hingegen eine Beeinträchtigung oder gar Abschaffung der römisch-katholischen Kirche und verbot ihm die Disputation der Thesen in einem „Philosophenkonzil“ in Rom. In ähnlicher Weise hat sich auch Mahatma Gandhi (*1869; †1948), dessen Familie den Vishnuismus, eine eher monotheistische Form des Hinduismus praktizierte, gegen Rassentrennung und für ein Miteinander aller Religionen eingesetzt. Der Friedensnobelpreis ist mit 8 Mio. schwedischen Kronen In diesem Sinne hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 20.08.2019 auf der zehnten World Conference of Religion for Peace (WCRP), die sich die Friedensarbeit durch Interreligiösen Dialog zum Ziel gesetzt hat, die Bedeutung von Religionen in Friedensprozessen, für den Zusammenhalt und eine nachhaltige globale Entwicklung hervorgehoben: „Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt sein. Kein Krieg darf geführt werden im Namen der Religion.“ Statt „Anlass für Unfrieden und Krieg“ zu sein, sollten Religionen als „Werkzeuge des Friedens“ dienen. Heute können wir zwar mit Genugtuung feststellen, dass gemäß Artikel 1 unseres Grundgesetzes die Würde des Menschen als Grundrecht unantastbar ist. Aber wir Menschen sind offenbar nicht bereit, willens oder fähig, aus den bitteren Erfahrungen der wechselvollen Geschichte die notwendigen Folgerungen für die Menschheit herzuleiten und Frieden zu halten. Als Optimist hoffe ich gleichwohl, dass Mahatma Gandhi nicht Recht hatte, als er gesagt hat: „Die Geschichte lehrt den Menschen, dass die Geschichte den Menschen nichts lehrt.“ Immerhin hat er mich aber inspiriert zu meinen 10 Phantasien für eine bessere Welt.

Nun wünsche ich Euch genauso viel Freude und Erkenntnisgewinn bei der Lektüre, wie mir das Schreiben bereitet hat. Ich verspreche Euch: Es lohnt sich! Schon jetzt freue ich mich auf alle Kommentare und Anregungen an meine Email-Adresse: „gerhard@picot.de“; meine sonstigen Daten finden sich unter „picot.de“.

Mit besten Grüßen verbleibe ich

Gerhard Picot

Inhaltsübersicht

DIE WELTGESCHICHTE ALLES vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen ISBN 978-3-00-056744-5


Nun möchte ich als kurzen Überblick über die acht Bände dieser „Weltgeschichte“ noch kurz Folgendes sagen:

Band I

"Speed-Dating – Die Weltgeschichte im Zeitraffer
– Maximales Wissen mit minimalem Aufwand! –"

Der erste Band dieser Weltgeschichte bietet Euch mit dem 1. Kapitel „Speed-Dating – Die Weltgeschichte im Zeitraffer" einen chronologischen Streifzug durch die wichtigsten Etappen der Geschichte vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen – ganz nach dem Motto: Maximales Wissen mit minimalem Aufwand!

1. Kapitel
Speed-Dating – Die Weltgeschichte im Zeitraffer – S. 21

Band II

„Der Urknall als größtes Weltwunder und die Ausdehnung und das Erwachen des Universums bis zur Spätantike“

Den Urknall als größtes Weltwunder und die Ausdehnung und das Erwachen des Universums bis zur Spätantike habe ich mit allen Erkenntnissen der modernen Wissenschaft und Forschung vom 2. bis 14. Kapitel dargestellt. Dabei geht es um die Entstehung und Evolution des Universums mit Materie, Energie, Raum und Zeit seit 13,82 Mrd. Jahren, die Formung unseres Sonnensystems und unserer Erde vor 4,6 Mrd. Jahren, das Entstehen von organischen Strukturen, des Lebens und des modernen Menschen „Homo sapiens“ seit 160.000 Jahren über die griechische Antike und die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bis zur Spätantike im 4. bis 8. Jh.

2. Kapitel
Das größte "Weltwunder": Der "Urknall", die Entstehung und Ausdehnung unseres Universums mit 1.000 Milliarden Galaxien und unserer Milchstrasse mit jeweils 100 Milliarden Sternen (seit 13,82 Mrd. Jahren) – S. 63

3. Kapitel
Die Entstehung unseres Sonnensystems und unserer Erde am Seitenarm unserer Milchstrasse bzw. Galaxis in einer "sehr guten habitablen Wohnlage und Betriebstemperatur" (vor 4,6 Mrd. Jahren) – S. 255

4. Kapitel
Die Entstehung der Erde im Zeitalter des sichtbaren Lebens (seit 541 Mio. Jahren) – S. 735

5. Kapitel
Die Entstehung der Menschheit von Altsteinzeit bis Eisenzeit und die "Out-of-Africa"Theorie (vor 2,8 Mio. Jahren – 700 v. Chr.) – 873

6. Kapitel
Die frühen Hochkulturen und die Überführung der Urgeschichte in die Weltgeschichte (7000 – 200 v. Chr.) – S. 1010

7. Kapitel
Die Entstehung der großen Weltreligionen (7000 v. Chr. – 632) – S. 1207

8. Kapitel
Das griechische Altertum und das antike Griechenland (1300 – 146 v. Chr.) – S. 1471

9. Kapitel
Assyrien, das erste iranische Meder-Reich, Babylonien und das persische Achämenidenreich als erste Großreiche der Geschichte (728 – 280 v. Chr.) – S. 1531

10. Kapitel
Die Entstehung der Kelten (Gallier), Germanen und Römer aus einem gemeinsamen "Grundvolk" – S. 1592

11. Kapitel
Das Römische Reich (1200 v. Chr. – 476) – S. 1651

12. Kapitel
Das Reich der Seleukiden und der Parther als Rivalen Roms (250 v. Chr. 600) – S. 2111

13. Kapitel
Das Reich der neupersischen Sassaniden als einziger gleichrangiger und schließlich tödlicher Konkurrent Roms (224 – 651) – S. 2116

14. Kapitel
Die Völkerwanderung in Europa und der Zerfall der Westhälfte des Römischen Reiches in 3 politische Gebilde: Das Oströmisch-Byzantinische Reich, die Kalifate der muslimischen Araber sowie das Frankenreich (400 – 800) – S. 2121

Band III

„Das Mittelalter zwischen Antike und Neuzeit sowie die Geburt Europas mit Humanismus, Renaissance, Reformation und Buchdruck“

Das Ende der Antike und das Mittelalter zwischen Antike und Neuzeit mit seinem Früh-, Hoch- und Spätmittelalter (568-1500), d.h. die Christianisierung der Römischen Reiches und der Zerfall des Römischen Reiches in 3 politische Gebilde: das oströmische bzw. byzantinische Reich, die Kalifate und Reiche der muslimischen Araber und das Frankenreich, sind im 15. Kapitel beschrieben. Die Geburt Europas im Mittelalter in der Zeit zwischen der Antike und der Neuzeit, seine 6 Entwicklungsstufen von den Invasionen und der Ansiedlung der Barbaren im ehemaligen Römischen Reich zwischen dem 4. und 8. Jh. bis zur Erschütterung der prä-europäischen Strukturen durch die Krisen des 14. und 15. Jh.s, bis hin zum Ende des Mittelalters und der „frühen Neuzeit“ in Europa mit Humanismus, Renaissance, Reformation und Buchdruck in der Zeit von 1501 bis 1600 sind im 15. bis 18. Kapitel dargestellt.

15. Kapitel
Das Ende der Antike und der Beginn der Neuzeit in der "Zwischenzeit" des Früh-, Hoch- und Spätmittelalters (568 – 1500) – S. 2238

16. Kapitel
Die Geburt Europas im Mittelalter und seine 6 Entwicklungsstufen – S. 2274

17. Kapitel
Das 15. Jahrhundert: Die Bruchstelle zwischen dem Spät-Mittelalter und der Neuzeit, das neue Weltbild des Humanismus und der Beginn der Renaissance (01.01.1401 – 31.12.1500) – S. 3063

18. Kapitel
Das 16. Jahrhundert: Das Ende des Mittelalters udn die "Frühe Neuzeit" in Europa: Renaissance, Reformation und Buchdruck (01.01.1501 – 31.12.1600) – S. 3303

Band IV

„Das Ende der mittelalterlichen Feudalordnung, das Europa der Könige, das Zeitalter der Kriegskatastrophen und der Revolutionen, der Deutsche Staatenbund unter preußischer Vorherrschaft sowie die Kaiser der Hohenzollern im Heiligen Römischen Reich und Deutschen Kaiserreich und der Beginn des Kapitalismus und des Imperialismus im 17. bis 19. Jh.“

Vom Ende der mittelalterlichen Feudalordnung, dem Europa der Könige, der deutsche Kleinstaaterei, den Türken vor Wien, der Französische Revolution und der Machtergreifung Napoleons im 17. und 18. Jahrhundert bis hin zum Ende des Zeitalters der Revolutionen und dem Beginn des Zeitalters des Kapitals und des Imperialismus im 19. Jahrhundert berichten die Kapitel 19 bis 21. Die Kapitel 22 bis 24 beschreiben dann die Gründung des Deutschen Bundes als Staatenbund auf dem Wiener Kongress (08.06.1815 – 1866), die Gründung des Norddeutschen Bundes als Bundesstaat anstelle des aufgelösten Deutschen Staatenbundes unter preußischer Vorherrschaft (01.07.1867) sowie die Kaiser der Hohenzollern im Heiligen Römischen Reich und Deutschen Kaiserreich (18.01.1871 – 1918) und der Beginn des Kapitalismus und des Imperialismus im 19. Jh.

19. Kapitel
Das 17. Jahrhundert: Die Kriegskatastrophe, das Ende der mittelalterlichen Feudalordnung, die Nationalstaaten, die deutsche Kleinstaaterei und die Türken vor Wien (01.01.1601 – 31.12.1700) – S. 3975

20. Kapitel
Das 18. Jahrhundert: Die Aufklärung, die Moderne in Europa, die Französische Revolution und die Machtergreifung Napoleons (01.01.1701– 31.12.1800) – S. 4255

21. Kapitel
Das 19. Jahrhundert: Das Ende des Zeitalters der Revolutionen, das Zeitlater des Kapitals und des Imperialismus (01.01.1801– 31.12.1900) – S. 4666

22. Kapitel
Die Gründung des Deutschen Bundes als Staatenbund auf dem Wiener Kongress
(08.06.1815 – 1866) – S. 4887

23. Kapitel
Die Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Vorherrschaft
als Bundesstaat anstelle des aufgelösten Deutschen Staatenbundes
(01.07.1867) – S. 5515

24. Kapitel
Die Kaiser der Hohenzollern im Heiligen Römischen Reich und Deutschen Kaiserreich (18.01.1871 – 1918) – S. 5548

Band V

„Das 20. Jh., der Erste Weltkrieg, das Ende des deutschen Kaiserreiches und die Weimarer Republik als erste parlamentarische Demokratie in Deutschland, das „Dritte Reich“, die nationalsozialistische Diktatur und der Zweite Weltkrieg (1918 –1945)“

Das 20. Jahrhundert, der Erste Weltkrieg (28.07.1914 – 11.11.1918), das Ende des deutschen Kaiserreiches und die Weimarer Republik als erste parlamentarische Demokratie in Deutschland bis zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (09.11.1918 – 30.01.1933), das „Dritte Reich“, die NS-Machtergreifung und die nationalsozialistische Diktatur (1933 – 1945) sowie der Zweite Weltkrieg (01.09.1939 – 08.05.1945) sind Gegenstand der Kapitel 25 bis 30.

25. Kapitel
Das 20. Jahrhundert – S. 5786

26. Kapitel
Der Erste Weltkrieg (28.07.1914 – 11.11.1918) – S. 5896

27. Kapitel
Das Ende des deutsche Kaiserreiches und die Weimarer Republik als erste parlamentarische Demokratie in Deutschland bis zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (09.11.1918 – 30.01.1933) – S. 6321

28. Kapitel
Die "Weimarer Republik" und die "Weimarer Reichsverfassung" als erste demokratische Verfassung Deutschlands bis zur Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler (14.08.1919 – 30.01.1933) – S. 6395

29. Kapitel
Das "Dritte Reich", die NS-Machtergreifung und die nationalsozialistische Diktatur (30.01.1933 – 08.05.1945) – S. 6679

30. Kapitel
Der Zweite Weltkrieg (01.09.1939 – 08.05.1945) – S. 6777

Band VI

„Die Friedenszeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kalte Krieg bis zu unserer heutigen in Unordnung geratenen Welt“

Die Friedenszeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer (08.05.1945 – 09.11.1989), der Kalte Krieg und die glückliche Übergangsphase sowie die ersten 20 Jahre des 21. Jahrhunderts bis zur heutigen Welt in Unordnung (01.01.2001 – 31.12.2020) habe ich in den Kapiteln 31 bis 33 dargestellt.

31. Kapitel
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer (08.05.1945 – 09.11.1989) – S. 7558

32. Kapitel
Der Fall der Berliner Mauer und die glückliche Übergangsphase (09.11.1989 – 27.02.2014) – S. 8146

33. Kapitel
Das 21. Jahrhundert: Seine ersten 19 Jahre (01.01.2001 – 31.12.2019) – S. 8286

Band VII

„Die Brennpunkte unserer heutigen aus den Fugen geratenen Welt“

Die Betrachtung der Brennpunkte unserer heutigen komplexen und aus den Fugen geratenen Welt mit dem bedrückenden Fazit unserer Welt als ein in vielen Gebieten immer zündelndes Pulverfass und der Bedrohung des Weltfriedens durch einen „Weltenbrand“ findet sich im 34. Kapitel.

34. Kapitel
Die Verknüpfung der Geschichte mit den Brennpunkten der aktuellen Weltpolitik in unserer heutigen aus den Fugen (01.01.2020) – S. 9844

Band VIII

„Phantasia – Über die Würde des Menschen“

35. Kapitel
Die Würde des Menschen und meine 10 Phantasien für eine bessere Welt
– S. 11155

Im letzten, dem 35. Kapitel philosophiere und phantasiere ich schließlich über die Würde des Menschen. Als Optimist hoffe ich, dass Mahatma Gandhi (*1869; †1948) nicht Recht hatte, als er gesagt hat: „Die Geschichte lehrt den Menschen, dass die Geschichte den Menschen nichts lehrt.“ Immerhin hat er mich aber inspiriert zu meinen 10 Phantasien für eine bessere Welt. Immerhin hat er mich aber inspiriert zu meinen 10 Phantasien für eine bessere Welt.

36 . Kapitel
Inhaltsverzeichnis und Kalendarium – S. 11201

37. Kapitel
Stichwortregister – S. 11588

Wie bereits eingangs erwähnt, erhaltet Ihr durch diese Inhaltsübersicht, das präzise Inhaltsverzeichnis mit Kalendarium im 36. Kapitel (S. 11201) sowie das detaillierte Stichwortverzeichnis im 37. Kapitel (S. 11588) einen einfachen und schnellen Zugang zu den einzelnen Themen.

Herausgeber und Autor

Prof. Dr. Gerhard Picot




Prof. Dr. Gerhard Picot ist seit 2004 Senior-Partner der PICOT Rechtsanwaltskanzlei. Bis dahin war er seit 1979 Partner der internationalen Anwaltssozietät Freshfields. Eine Expertenjury der WirtschaftsWoche und das Handelsblatt haben ihn mehrfach als einen der renommiertesten deutschen Anwälte im Fachgebiet Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions – M&A) sowie Familien- und Mittelstandsunternehmen ausgezeichnet.

Zugleich war und ist er Vorsitzender bzw. Mitglied zahlreicher Aufsichtsräte und Beiräte. Parallel dazu war er von 1998 bis 2003 Honorarprofessor an der Privaten Universität Witten-Herdecke und von 2004 bis 2009 an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden, wo er auch einen „Excellence Award Teaching“ erhielt. Prof. Picot ist Herausgeber und Autor einer Vielzahl wirtschaftsrechtlicher und wirtschafts­wissenschaftlicher Publikationen. Seine Freizeit widmet er dem Sport, der Musik und Literatur; vor allem aber der Philosophie, d.h. dem Streben nach dem Verständnis des Universums sowie der Stellung des Menschen in der Welt, und als Hobby-Historiker seinem Faible, der Welt- und Rechtsgeschichte.

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Quelle: eRecht24