UNIVERSALGESCHICHTE

Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt im Umbruch

Erscheinungsdatum: 01.01.2021

Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen und wie die Fische zu schwimmen. Aber wir haben die einfache Kunst nicht erlernt, als Brüder zu leben. Martin Luther King jr.

Die Weltgeschichte

Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht es Ihnen und Euch auch so, wie mir? Täglich werden wir von aktuellen Nachrichten und historischen Rückblicken vom Urknall und dem Ur-Anfang unseres Universums bis zur heutigen Welt überflutet. Vielfach ist es dann nicht leicht, die Geschehnisse wie die kleinen Teile eines rätselhaften und verwirrenden Puzzles in das komplexe Mosaik der Zeitabläufe und des Wissens einzuordnen und in ihrer Tiefe zu verstehen. Denn auch ein Puzzle verstehen wir ja erst allmählich, je mehr wir die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Diese „UNIVERSALGESCHICHTE“ verschafft dem Leser in der Form einer einheitlichen Erzählung ein maximales Wissen über die unendliche Geschichte unseres Universums. Es ist eine kluge Orientierungshilfe für alle, die das Mosaik der historischen Ereignisse besser einordnen und verstehen wollen.

Diese UNIVERSALGESCHICHTE ist als eBook und Taschenbuch erhältlich über:
www.amazon.de - Gerhard Picot Universalgeschichte


Für diejenigen Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Interessierte, die sich gern einen raschen Überblick verschaffen möchten, habe ich die wichtigsten Etappen unserer Geschichte in einem Einführungs-Band mit dem Titel „DIE UNIVERSALGESCHICHTE IN KURZGESCHICHTEN“ in
kurzen Essays zusammengefasst – ganz nach dem Motto: „Maximales Wissen mit minimalem Aufwand“. Aufgrund der chronologischen Darstellung sowie des detaillierten Inhaltsverzeichnisses mit Kalendarium am Ende des Buches und einer Vielzahl textlicher Querverweise schafft dieser Zeitraffer einen leicht zugänglichen und fundierten Ein- und Überblick in und über die spannende, 13,82 Mrd. Jahre währende Geschichte unseres Universums, unserer Welt und der Menschheit vom Urknall bis heute.

Und für all diejenigen, die dann „auf den Geschmack gekommen“ sind und ihr Wissen noch weiter vertiefen möchten, habe ich die einzelnen Kapitel zusätzlich in den 12 Bänden meiner „UNIVERSALGESCHICHTE – Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt im Umbruch“ (auch als Nachschlagewerk) ausführlich dargestellt, und zwar im:

Band I
Der Urknall sowie die Entwicklung und Erforschung des Universums und der Erde
(seit 13,82 Mrd. Jahren bis heute)
- mit einer Einführung in diese „Universalgeschichte“

Band II
Die Entwicklung der Menschheit
(seit 2,8 Mrd. Jahren)

Band III
Die Entwicklung der Hochkulturen, Philosophien und Religionen

Band IV
Die ersten Großreiche, das klassische Griechenland und die Entstehung der Römer, Kelten und Germanen bis zur Zeitenwende

Band V
Von der Zeitenwende bis zum Ende der Antike
(01 – 500)

Band VI
Das Mittelalter zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit
(500 – 1400)

Band VII
Die Neuzeit, der erste Weltkrieg und die Zeit bis zum Ende des deutschen Kaiserreiche
(01.01.1500 – 28.11.1918)

Band VIII
Die Weimarer Republik, das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg (09.11.1918 – 08.05.1945)

Band IX
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
(08.05.1945 – 31.12.2000)

Band X
Unser 21. Jahrhundert: Die ersten 21 Jahre
(01.01.2001 – 31.12.2021)

Band XI
Die Welt im Umbruch und ihre aktuellen Brennpunkte

Band XII
Die Würde des Menschen

Zur leichteren Übersicht ist jedem Band eine Inhaltsübersicht vorangestellt und am Ende befindet sich dann noch ein detailliertes Inhaltsverzeichnis mit Kalendarium und ein ausführliches Sach- bzw. Stichwortverzeichnis.

Nun wünsche ich Ihnen und Euch beim Lesen dieses Buches genauso viel Freude und Erkenntnisgewinn, wie mir das Schreiben bereitet hat. Ich verspreche: Die Lektüre lohnt sich!

Herzlichst Ihr und Euer

Gerhard Picot

Weltgeschichte im Speed Dating: Die Weltgeschichte im Zeitraffer

Maximales Wissen mit minimalem Aufwand

Bücher über die Weltgeschichte gibt es viele und gewiss besteht an Lexika und Enzyklopädien kein Mangel. Hinzu kommen unzählige Bücher, von denen viele auf ihre Weise sehr gut sind und die Geschichte jeweils aus einem besonderen Blickwinkel betrachten. Dies gilt zum Beispiel für „Eine kurze Geschichte der Zeit“, in der der hervorragende Physiker Stephen Hawking seine Suche nach der Weltformel in der Physik und Kosmologie dargestellt hat, für „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, in der der renommierte Historiker Yuval Noah Harari erklärt hat, wie unsere Spezies die Erde hat erobern können, und für „Eine kurze Geschichte von fast allem“, in der der Journalist Bill Bryson beschrieben hat, wie die Erde, das Weltall und alles andere entstanden sind.

Aber dieses Buch ist anders: Zurzeit gibt es wohl kein chronologisch geordnetes Buch, das die Leser ähnlich umfassend weltgeschichtlich informiert, wie seinerzeit der große preußische Historiker Leopold von Ranke (*1795; †1886). Deshalb möchte ich die vollständige „Universalgeschichte“ – schlicht chronologisch – wie Perlen an einer schier endlos langen Schnur in der zeitlichen Reihenfolge übersichtlich, anspruchsvoll und doch kurzweilig nachverfolgen. Im Grunde geht es mir ähnlich wie Stephen Hawking – aber natürlich viel bescheidener – um das Verständnis des Universums vom Urknall bis zu unserer heutigen, im Umbruch befindlichen Welt. Dabei wird sich zeigen, dass die Geschichte mehr ist, als eine lose, zufällige Aufeinanderfolge von Ereignissen und bei manchen ist erst später verständlich, was es bedeutet und ausgelöst hat. Deshalb verknüpft dieses Buch die großen Menschheitsfragen mit den politischen, kulturellen, philosophischen, wirtschaftlichen, sozialen und naturwissenschaftlichen Themen der jeweiligen Zeit sowie den aktuellen Brennpunkten unserer Zeit und macht sie anschaulich. Denn solche Erkenntnisse sind ein elementarer Teil des historischen Wissens, das als Grundlage der Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft erforderlich ist.

DIE „UNIVERSALGESCHICHTE“

AUCH ALS CHRONOLOGISCHES NACHSCHLAGEWERK

Sicherlich ist es ambitioniert, vielleicht sogar anmaßend, die abenteuerlich lange Reise durch unsere gesamte Historie in einer einzigen „Weltgeschichte“ zusammenfassen zu wollen. Aber die Faszination der Geschichte als Grundlage unserer gesamten Bildung und Erfahrung sowie die jüngsten Ereignisse und die Sorge um den Verlust unseres „abendländischen“ Wertesystems haben mich dazu inspiriert, diese Universalgeschichte zu schreiben. Im Grunde geht es mir dabei um das Verständnis des Universums und der Menschheit vom Urknall bis zu unserer heutigen, im Umbruch befindlichen Welt.

Die Entwicklung unseres Universums währt nun bereits seit 13,82 Mrd. Jahren. Seinerzeit entstanden durch das physikalische Ereignis des „Urknalls“ in kürzester Zeit Materie, Energie, Raum und Zeit. Rund 300.000 Jahre später entwickelten sich durch die Verbindung von Materie und Energie komplexere Strukturen in Form von Atomen, die sich zu Molekülen zusammenschlossen. Zugleich dehnte und dehnt sich das Universum immer schneller aus und es entstanden die Galaxien, Sonnensysteme und Planeten einschließlich der Erde sowie die Menschheit. Dabei beherbergt das Universum unvorstellbare mehr als 1.000 Milliarden in Galaxienhaufen angeordnete Galaxien, wie unsere „Milchstraße“, mit ihren jeweils bis zu Hunderten von Milliarden Sternen. Insgesamt gibt es also unvorstellbare 1.000 Trilliarden Sternen – eine 1.000 gefolgt von 21 Nullen. Seit 4,6 Mrd. Jahren formte sich unser Sonnensystem mit unserer „habitablen“, d.h. bewohnbaren Erde als einer der unzähligen Planeten. Vor 3,8 Mrd. Jahren begannen dann irdische Moleküle, sich zu besonders großen und komplexen Strukturen von biologischen Organismen zu verbinden und seit 541 Mio. Jahren erschien das „sichtbare Leben“: Es entstanden die Lebewesen und Menschen. Erst vor 15 Mio. Jahren kam es vor der eigentlichen Menschwerdung zunächst zur Abspaltung der sog. Menschenartigen in die Menschenaffen sowie die Gorillas und Schimpansen.

Die Evolution des Menschen begann sodann vor 7 bis 5 Mio. Jahren – sozusagen im jüngsten Wimpernschlag der Geschichte – mit der Auseinanderentwicklung der Menschenaffen (Hominidae oder Hominiden) und der Menschen. Die Menschenaffen sind eine Familie der Primaten. Heute wissen wir, dass die Menschen und die heutigen Affen irgendwo im Stammbaum der Evolution gemeinsame Vorfahren gehabt haben müssen. Alsdann trennte sich die Entwicklungslinie der zum modernen Menschen (Homo sapiens) führenden Hominini von jener der Schimpansen. Zu den ältesten bekannten Arten der sog. menschenartiger Hominiden gehörte vor 4 Mio. Jahren der Ardipithecus.

Mit den Menschen entstand nun die eigene Untergruppe der Homini. So war der Australopithecus vor 4,2 bis 2 Mio Jahren der erste „Vormensch“, der aber noch mehr Affe als Mensch war. Gefunden wurde er u.a. nahe dem südafrikanischen Johannesburg in einer Sterkfontein-Höhle, die 1999 von der UNESCO als „Wiege der Menschheit zum Weltnaturerbe erhoben worden ist. In der folgenden Altsteinzeit entstanden sodann vor rund 2,6 Mio. Jahren immer neue Spezies mit wachsenden Gehirnen und neuen Fähigkeiten. Aus zahlreichen Funden wussten die Forscher, dass sich irgendwann vor etwa 3 bis 2,5 Mio. Jahren Übergangsformen besonders schlauer Affen von den Australopithecinen zu den Urmenschen der Gattung Homo weiterentwickelt haben mussten. Allerdings fehlte ihnen lange Zeit dieses „Bindeglied“. Anders als Hunderttausende Jahre davor und danach war diese wichtigste Zeit der menschlichen Evolution und Menschwerdung gleichzeitig die dunkelste Blackbox. 2013 wurden die Wissenschaftler dann für ihre Jahrzehnte-lange Suche belohnt, als sie im Nordosten Äthiopiens den „Vor- oder Urmenschen aus Ledi-Geraru“ fanden; mit seinem Alter von 2,8 Mio. Jahren war er das älteste je gefundene Mitglied unserer eigenen Spezies „Mensch“, der sich allmählich von den bis dahin immer noch mehr affen- als menschenähnlichen Individuen getrennt und zu einem mehr menschen- als affenähnlichen Individuum entwickelt hat. Mit diesem ältesten Mitglied der Gattung „Homo“ und den sog. Urmenschen in der Frühen Altsteinzeit, dem „Homo habilis“, de, „Homo rudolfensis“ und dem „Homo ergaster“, hat dann die eigentliche „Menschwerdung“ begonnen.

Die Frühmenschen des Typus „Homo erectus“ waren es dann, die vor etwa 2 Mio. Jahren ihre Wanderung vom afrikanischen Kontinent als „Wiege der Menschheit“ nach Asien, Australien und Eurasien begonnen haben. Im Rahmen dieser Wanderung, die von den Paläoanthropologen als „Out-of-Africa“ bezeichnet wird, verbreitete sich die Gattung Homo sodann in zwei oder gar drei zeitlich und räumlich voneinander unabhängigen Migrationen über die ganze Welt.

In der ersten Migration „Out-of-Africa I“ breitete sich der Fühmensch Homo erectus vor etwa 2 bis 1,5 Mio. Jahren vom ost-afrikanischen Kontinent nach Asien, Australien und Eurasien aus. Er war die wohl erste hominine Art, die wie ein moderner Mensch laufen konnte, das Feuer benutzte und das Jagen als ein wesentliches Element zur Sicherung ihrer Nahrungsversorgung einsetzte. Wie 1,85 Mio. Jahre alte Fossilien zeigen, die bei Dmanissi in Georgien ausgegraben worden sind, sind schon damals jene homininen Wesen bis zum Südkaukasus, östlich des Schwarzen Meeres und südlich des Großen Kaukasus, gezogen.

Auf dem immer mehr belebten Planeten haben sich dann nach zahlreichen, Chronospezies genannten Zwischenstufen vor 600.000 Jahren in der Wanderung „Out-of-Africa II“ der „Homo heidelbergensis“, der „Homo neanderthalensis“ („Neandertaler“) sowie der „moderne Mensch“ („Homo sapiens“) und vermutlich auch der „Homo floresiensis“ als letzte Abkömmlinge des „Homo erectus“ ausgebreitet. Die in Europa als „Homo heidelbergensis“ klassifizierten Individuen stammten bereits vor mehr als 600.000 Jahren in Afrika vom Homo erectus ab und haben sich somit schon früh von der zum „Homo sapiens“ führenden Entwicklungslinie getrennt und in der Migration „Out-of-Africa II“ Europa besiedelt. Vermutlich vor rund 550.000 Jahren entstanden in Europa und Westasien aus dem „Homo erectus“ auch der „Homo neanderthalensis“ (Neandertaler).

Unterdessen entwickelte sich im seinerzeit paradiesischen Ostafrika vor 300.000 bis 150.000 Jahren der „Homo erectus zum „archaischen Homo sapiens“ weiter. Zunächst war dieser immer noch ein unbedeutendes Lebewesen in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents, das sich den Planeten mit mindestens 5 weiteren menschlichen Spezies teilte. Mit seinen Sensoren, wie den Augen und den Ohren, nahm er aber immer komplexere Informationen wahr. Diese konnte er sich zunutze machen und ein Verständnis für das Universum und seine Umwelt entwickeln sowie herausfinden, was in bestimmten Situationen zu tun war. Allerdings litt Ostafrika vor 135.000 bis 90.000 Jahren unter extremen Trockenperioden. Zudem fand vor rund 73.880 Jahren im Norden der indonesischen Insel Sumatra ein gewaltiger Ausbruch des Supervulkans Toba statt. Gemäß der sog. Toba-Katastrophentheorie wurde infolge der massiven Eruption der Kategorie 8 auf dem Vulkanexplosivitätsindex die damalige menschliche Population auf der Erde stark reduziert und die Ausbreitung des Menschen stark beeinflusst. Gemäß der Toba-Katastrophentheorie führte die Explosion zu einer Verkleinerung der damals in Afrika lebenden Homo sapiens-Population auf wenige tausend Individuen. In der Folgezeit führte das extreme Klima zur Aufteilung der Menschen in kleine, voneinander isoliert lebende Gruppen und die Zahl der Menschen sank fast bis zu ihrer Auslöschung auf nur noch 2.000 Menschen – während im Jahr 2020 bereits fast 8 Mrd. Menschen die Erde bevölkern.

Vor etwa 150.000 Jahren begann dann die kleine afrikanische Population des archaischen, aber bereits anatomisch modernen und gereiften Menschen „Homo sapiens“ als „vernunftbegabter Mensch“ allmählich, mit den von seinen Vorfahren erworbenen Fähigkeiten auf seine Umwelt Einfluss zu nehmen. In der durch zahlreiche Fossilfunde gut abgesicherte Wanderung „Out-of-Africa III“ verbreitete sich der „archaische Homo sapiens“ dann vor 120.000 bis 70.000 Jahren vom afrikanischen Kontinent aus zunächst Richtung Arabien und Ostasien und dann vor 40.000 Jahren nach Eurasien.

Yuval Noah Harari, Geschichtsprofessor an der Hebrew University of Jerusalem, hat in seinem lesenswerten Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ im Teil 1.4 „Sintflut“ beschrieben, wie der Homo sapiens sodann bis vor etwa 70.000 Jahren in Afrika und Eurasien lebte und unsere Spezies mit allen ambivalenten Momenten unserer Menschwerdung die Erde erobern konnte. Danach folgte die Geschichte der menschlichen Kulturen in 3 großen „Revolutionen“ bzw. Phasen: der kognitiven Revolution vor 70.000 Jahren, der landwirtschaftlichen Revolution vor 10.000 Jahren und der wissenschaftlichen Revolution seit knapp 500 Jahren.

In der kognitiven Revolution begannen die Menschen vor gut 70.000 Jahren, komplexere Strukturen und Kulturen aufzubauen. Zudem schlossen sich zu jener Zeit Gruppen des Homo sapiens auf dem afrikanischen Kontinent zusammen und wurden Teil einer integrierten panafrikanischen Bevölkerung. Archäologische Befunde und die Genlinien belegen, dass Menschen bis vor 55.000 Jahren von Afrika aus entlang der Küsten zunächst auf den Sinai, die Arabische Halbinsel und in den Nahen Osten wanderten. Dass der Homo sapiens den Weg aus Afrika herausfand und sich dann weiter ausbreiten konnte, hing entscheidend damit zusammen, dass vor 60.000 Jahren in den Eiskappen der Pole viel Meerwasser gebunden war und der Meeresspiegel tiefer lag, sodass viele Meerengen von heute damals Landzungen waren. Die Menschen konnten daher recht trockenen Fußes die anderen Kontinente erreichen. Danach zogen sie dann weiter in Richtung Norden und Osten bis hin nach Asien und Australien sowie nach Nord- und Südamerika.

Seit rund 40.000 Jahren bevölkerte der in Eurasien lebende sog. „Cro-Magnon-Mensch“ dann nach und nach auch Europa und wurde zum eigentlichen modernen „Homo sapiens“. Dabei traf er in Europa auch auf den Neandertaler, seinen Vetter der Evolution, den Denisova-Menschen sowie auf andere entfernte Verwandte. Viele Jahre lang existierten die Menschenarten nebeneinander und zeugten sogar gemeinsame Nachkommen, bis der Neandertaler auf rätselhafte Weise verschwand. Der „Homo sapiens“ erwies sich dabei als einzigartiges Universallebewesen, das in der Lage war, sich in fast allen Ökosystemen und selbst unter harschen, lebensfeindlichen Bedingungen zu behaupten: Ob im ewigen Eis des Nordens, in den tropischen Regenwäldern rund um den Äquator, ob in der Sahara oder im australischen Outback, im Hochland der Anden und im Himalaya oder auf den südpazifischen Inseln. Die Evolution, die inzwischen unzählige Spezies getestet hatte, befand nun einzig und allein den Homo sapiens für überlebenswürdig bzw. -fähig. So war der moderne Mensch (Homo sapiens) nach dem Aussterben des Homo floresiensis vor 60.000 Jahren und des Neandertalers vor 30.000 Jahren die einzige überlebende Art der Gattung Homo.

Die landwirtschaftliche bzw. neolithische Revolution beschleunigte sodann in der Jungsteinzeit (Neolithikum) vor 10.000 Jahren die menschliche Geschichte, als die Menschen ihre Lebensweise als reine Jäger und Sammler aufgaben, sesshaft wurden und mit Ackerbau, Viehzucht und Vorratswirtschaft begannen. Dabei kam es zu immer komplexeren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vereinigungen der Menschen, wobei diese Kulturen und Religionen entwickelten. Etwa in den Jahren 800 bis 200 v. Chr. machten die Menschen dann in der sog. „Achsenzeit“ in 4 voneinander unabhängigen Kulturräumen nicht nur in Europa, sondern in weiten Teilen der Welt im Sinne eines synchronen Parallelismus bedeutende philosophische und technische Fortschritte mit den Grundkategorien modernen Denkens.

Abgeschlossen wurde diese Entwicklung seit der Renaissance (französisch „Wiedergeburt“) als Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jh. mit der wissenschaftlichen Revolution, in der die Menschen aufgrund der besonderen Beschaffenheit ihrer Gehirne immer größere Entdeckungen und wissenschaftliche Leistungen vollbringen.

Unterteilt man den industriellen Wandel in Deutschland in vier Phasen von der Industrie 1.0 bis zur Industrie 4.0, so haben in der Zeit der Industrie 1.0, d.h. der ersten Industrialisierung, Erfindungen, wie die Dampfmaschine oder der mechanische Webstuhl, den Menschen auf dem Weg von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft ab dem Ende des 18. Jh.s die schwere „händische“ Arbeit erleichtert. Zugleich haben sie Möglichkeiten für teilmechanisiertes Arbeiten und für die Massenproduktion geschaffen. Die Einführung der Elektrizität als Antriebskraft zum Ende des 19. Jahrhunderts war dann der Startschuss für die Industrie 2.0. Ein Meilenstein darin war die Einführung der Fließbänder, die erstmals auch von Henry Ford 1913 in der Autoproduktion eingesetzt wurden. Die Fabriken produzierten in Rekordzeit und Motoren nahmen weitere schwere Arbeit ab. Ab dem frühen 20. Jh. wurde die Arbeit in den Produktionshallen stetig weiter automatisiert. In den 1970er Jahren startete dann die Industrie 3.0 als dritte industrielle Revolution. Prägend für diese Phase waren die Informations-Technologie (IT) und die weitere sukzessive Automatisierung von Arbeitsschritten durch die Elektronik. 1941 entwickelte der deutsche Bauingenieur Konrad Ernst Otto Zuse mit dem „Z3“ den ersten funktionsfähigen, programmgesteuerten, frei programmierbaren und vollautomatischen Computer der Welt. So fanden erste große Rechenmaschinen in den 1940er Jahren Einzug in Großfirmen und mit ihnen auch die ersten programmierbaren Steuerungen. Zunehmend wurde nun in der Reihenfertigung die menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann dann die vierte industrielle und digitale Revolution. Kennzeichnend für diese Industrie 4.0 sind die zunehmende Digitalisierung und der extreme Wandel der Arbeitswelt in eine immer globalere Wirtschaftswelt. Die Notwendigkeit, Phantasie zu entwickeln sowie kreativ und innovativ zu sein, gilt ganz besonders für die Gestaltung der industriellen Produktion. Dabei geht es um die Fähigkeit der ad-hoc-Vernetzung von intelligenten Maschinen, Betriebsmitteln, Produkten bzw. Werkstücken sowie Lager- und Transportsystemen via Internet zu leistungsfähigen Wertschöpfungsnetzwerken. Gordon Moore, Mitgründer des heute weltweit größten Halbleiterherstellers Intel, hat bereits 1965 auf der Grundlage seiner empirischen Beobachtungen sein sog. Moore‘sches Gesetz veröffentlicht; dieses beinhaltete die – jedenfalls zu jener Zeit gültige – Faustformel, dass sich die Leistung neuer Computerchips als wesentliche Grundlage der „digitalen Revolution“ etwa alle 18 Monate verdoppelt. Weil Informationen in unserem 21. Jahrhundert eine immer größere Rolle spielen, spricht man auch gern vom sog. Informationszeitalter. Die Digitalisierung ist die vorhersehbare Fortsetzung der technologischen Entwicklung seit den Anfängen der elektronischen Datenverarbeitung zu immer intelligenteren Systemen. Selbst in klassischen, handwerklichen Industriezweigen wie der Baubranche und der Bürowelt hält die Digitalisierung Einzug und schafft neue Kommunikationsformen – sogar alltägliche Gebrauchsgegenstände sind durch Strich- oder QR-Codes mit dem Internet verbunden. Das „Internet of Things“ ist heute bereits in vielen Unternehmen und auch im alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken: Maschinen werden untereinander intelligent vernetzt und übernehmen so Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren von Menschen durchgeführt wurden. Zudem waren es dann Themen, wie das Outsourcing, d.h. die Auslagerung gewisser Unternehmensaufgaben und -strukturen, wie z.B. die IT, an externe Dienstleister, sowie die Verlängerung von Werkbänken, d.h. die Auslagerung gewisser vor- oder nachgelagerter (bzw. aller) Arbeiten an den Produkten.

Heute muss alles immer noch rascher gehen und neue Technologien fluten in immer schnellerer Folge die Märkte. Ging es im letzten Jahrhundert bei der Digitalisierung um die „Vereinfachung der händischen Arbeit“, sind die Experten nicht nur im Silicon Valley derzeit darum bemüht, auch die geistige Arbeit der Menschen mit Hilfe der Information Technology (IT) und der Künstlichen Intelligenz (KI) – aber auch die Leistungen der IT selbst – ständig um ein Mehrfaches zu steigern bzw. gar zu „überholen“. Waren es vor 10 Jahren noch die typischen betriebswirtschaftlichen Themen, sind es heute Informations- und Digitalisierungskonzepte sowie der Umgang mit Big Data, Blockchains mit kontinuierlich erweiterbaren Listen von Datensätzen, autonomer Maschinentechnik und Mobilität sowie vieles mehr. Die Fachleute sind sich einig, dass die technische und digitale Revolution immer mehr an Geschwindigkeit zunehmen wird. Dabei heißt es heute und ich möchte dies bereits als Industrie 5.0 bezeichnen: „Die intelligenten Roboter kommen“.

Will man sich einen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland und in der Welt verschaffen, so ist zunächst die bundesweit einzige Langzeitstudie der R+V-Versicherung hilfreich, die einen Ausschnitt aus der spannenden Zeitgeschichte zeigt. Seit fast 30 Jahren befragt das Infocenter der Versicherung die deutschen Bundesbürger järlich nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit und erstellt daraus einen sog. „Angstindex“. Darin steht 2020 auf Platz (1) erneut die Angst vor den Folgen der Politik des 2016 ins Weiße Haus eingezogenen und 2020 abgewählten republikanischen US-Präsidenten Donald Trump, dessen Amtszeit am 20.01.2021 endete; die meisten Befragten befürchten, dass die Politik des US-Präsidenten die Welt erheblich gefährlicher gemacht hat. Zudem zeigte eine Sonderbefragung Ende Januar 2021, wie sehr die Corona-Krise die wirtschaftlichen und persönlichen Ängste der Deutschen in die Höhe haben schießen lassen. Die weiteren 6 größten Ängste der Deutschen betreffen dabei (2) steigende Lebenshaltungskosten, (3) die Kosten für die Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise, (4) die schlechtere Wirtschaftslage, (5) Naturkatastrophen und Wetterextreme, (6) Spannungen durch den Zuzug von Ausländern und schließlich (7) die Überforderung des Staates durch Flüchtlinge.

Ein besonderes Augenmerk verdient dabei der „Weltbevölkerungsbericht“ der Vereinten Nationen. Denn in der Tat haben die explodierende Weltbevölkerung, die rasante technologische Entwicklung sowie die damit einhergehende weltweite digitale Vernetzung die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt mehr verändert, als in den 150.000 Jahren zuvor. Kaum vorstellbar ist, dass die Zahl der Menschen bis vor 75.000 Jahren kurz vor ihrer Auslöschung auf nur noch 2.000 Menschen gesunken war, und von der UNO zur Zeitenwende, d.h. zum Beginn der christlichen Zeitrechnung, auf bereits 300 Mio. geschätzt wird. Dabei sollen das Römische Reich 57 Mio. und das Chinesische Reich 75 Mio. Menschen gezählt haben. Vor 1.000 Jahren lebten dann nach Ansicht der UNO 310 Mio. Menschen. Nach diesem Stillstand der Bevölkerungsentwicklung im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung begann das Wachstum im Hochmittelalter erneut, erlitt im Spätmittelalter jedoch Einbrüche durch Pest, Pocken und andere Seuchen. Vor 500 Jahren betrug die Weltbevölkerung daher „nur“ rund 500 Mio. und im Laufe des 16. Jh.s soll die amerikanische Bevölkerung (Indianer) durch eingeschleppte Seuchen von etwa 50 Mio. auf nur noch 5 Mio. zurückgegangen sein, während in Europa und Asien die Bevölkerung weiter zunahm. Nach dem Jahr 1700 setzte dann ein rapides Bevölkerungswachstum ein. Erstmals in der Menschheitsgeschichte lag die Verdopplungszeit im Bereich von Jahrhunderten und schließlich sogar von Jahrzehnten. So überschritt die Weltbevölkerung um das Jahr 1800 bereits die Anzahl von 1 Mrd. Menschen. In einer Bevölkerungsexplosion hat sich die Weltbevölkerung dann innerhalb des 20. Jh.s etwa verdreieinhalbfacht und überschritt am 31.10.2011 die 7-Mrd.-Menschen-Marke. Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet derzeit in den weniger entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt; in einigen höher entwickelten Ländern – insbesondere den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten – nimmt die Bevölkerung dagegen ab. Im Mai 2020 waren es dann rund 8 Mrd. Menschen und der Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen prognostizierte für das Jahr 2050 bereits etwa 9,7 Mrd. Menschen sowie für 2100 gar 10,9 Mrd. Menschen. Sie alle wollen mit Lebensmitteln versorgt werden und möglichst „menschenwürdig“ leben. – Überraschender Weise prognostizierten dagegen Wissenschaftler vom „Institute for Health Metrics and Evaluation“ an der University of Washington im Juli 2020, dass die Weltbevölkerung um das Jahr 2064 herum ein Maximum von 9,7 Mrd. Menschen erreichen wird. Danach soll dann die Zahl der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 auf „nur“ rund 8,8 Mrd. Menschen schrumpfen. Das wären gut 2 Mrd. Menschen weniger, als von den Vereinten Nationen 2019 vorausgesagt. Sollten sich diese Zahlen auch nur ungefähr realisieren, so ergäbe sich daraus im 21. Jh. eine Revolution in der Geschichte der menschlichen Zivilisation. Denn in 23 Ländern, insbesondere in Europa und Asien, würden die Populationen im Vergleich zu heute um mehr als die Hälfte schrumpfen. Dagegen würden Afrika und die arabische Welt unsere Zukunft prägen, während Europa und Asien an Einfluss verlieren. Ende des Jahrhunderts würden die Menschen dann in einer multipolaren Welt leben, in der Indien, Nigeria, China und die USA die dominanten Kräfte wären.

Ein aus den Problemen der Gegenwart resultierendes und schwieriges Thema der Gegenwart ist dabei die Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylanten sowie die Migrationsfrage. Im Grunde geht es um folgende zentrale Fragestellungen: Wie gehen wir mit Menschen um, die ihre Herkunftsländer verlassen haben, um bei uns Schutz vor Krieg und Not zu suchen? Aber eben auch: Was machen wir mit jenen, die nicht verfolgt werden, aber denen es deutlich schlechter geht als uns und die deshalb zu uns kommen wollen? Und wie respektvoll behandeln wir jene hier angestammten Mitbürger, die aus kulturellen oder finanziellen Gründen auf einer Limitierung eben dieser Hilfe bestehen? Die einen rufen „Humanität“, die anderen fürchten den „Kontrollverlust“. Manche Bilder vergisst man nicht; ihr unerträglicher Anblick prägt das Bild des Krieges. So werden die am 02.09.2015 veröffentlichten und unerträglichen Aufnahmen des kaum 3 Jahre alten syrischen Jungen kurdischer Abstammung namens Alan Kurdi, dessen Leichnam nach seinem Ertrinken an der türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt wurde, für lange Zeit mit dem Schicksal der Flüchtlinge verbunden sein. Kurz zuvor hatte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Flüchtlingskrise auf einer legendären Pressekonferenz am 31.08.2015 den denkwürdigen Satz gesagt: „Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.“ Tatsächlich kamen 2015 am Höhepunkt der Migrationskrise etwa 1,8 Mio. Menschen nach Europa, die meisten davon über das östliche Mittelmeer und die Balkanroute. Aufgrund des seit 2010 in Syrien herrschenden Krieges leben mittlerweile viele Millionen Syrer im Machtbereich der Türkei und Nordsyrien ist de facto zur türkischen Provinz geworden. Um die Zahl der Flüchtlinge auf der nordöstlichen Seite des Mittelmeers zu begrenzen, schloss die Europäische Union daher am 18.03.2016 mit dem „Nachbarland“ Türkei ein „Rücknahme-Abkommen“: Die Idee hinter dem „Türkei-Deal“ war so schlicht wie gut: Die Überfahrten nach Griechenland werden gestoppt, im Gegenzug finanzieren die EU-Staaten eine ordentliche Unterbringung der Flüchtlinge in der Türkei und fliegen einige besonders Bedürftige von dort ein. Kurzum: Ankara nimmt Migranten auf und bekommt dafür die finanzielle Hilfe der EU. Denn die Türkei kann mit viel geringerem Aufwand als die EU die kulturell und geografisch benachbarten Syrer aufnehmen – die EU hat die Mittel, dies massiv zu unterstützen und muss deshalb für die Finanzhilfen, Wohnungs- und Wirtschaftsförderungen sorgen. – Ebenso ist die heimatnahe Ansiedlung etwa von Afghanen in Pakistan oder von Somaliern in Uganda vorteilhaft, weil die Kontakte zur Herkunftsregion eher erhalten bleiben, was eine Rückkehr nach Wegfall der Verfolgungssituation oder einem Ende des Krieges erleichtert. – Das hat zwar nie vollständig funktioniert; aber im Zusammenspiel mit dem fast gleichzeitig errichteten Grenzschutz auf der Balkanroute aus Griechenland nach Deutschland und seine Nachbarstaaten wurde im Frühjahr 2016 die stärkste Migrationsbewegung der Neuzeit nach Europa drastisch reduziert. Denn das Abkommen wirkte abstoßend auf all diejenigen, welche glaubten, der Weg von der Türkei nach Griechenland sei der einfachste. So kamen zwischen dem 18.03.2016 und dem 31.05.2020 nur noch 151.755 Menschen auf den griechischen Inseln an. Der Türkei wurden 2016 rund 6 Mrd. Euro für die Flüchtlingshilfe und Rücknahme der Menschen versprochen, die über ihre Grenzen nach Europa strömten; 4 Mrd. Euro sind seither bezahlt.

Wie die Politik die Flüchtlingskrise zukünftig ausgestalten kann, hat der frühere Bundespräsident Joachim Gauck am 16.10.2020 mit folgenden Worten formuliert: „Unsere Herzen sind weit, aber die Möglichkeiten endlich.“ Deshalb müssen praxistaugliche Konzepte entwickelt werden. Wir brauchen humane Grenzen, innerhalb derer die Menschenwürde respektiert wird, niemand stirbt und wir trotzdem die Kontrolle behalten. Zweifellos ist es eine große Leistung, dass die Bundesregierung durch ihre Politik und die Gesellschaft durch ihre Aufnahmebereitschaft das konkrete Leben von so vielen Menschen verbessern und ihnen neue Perspektiven, Beschäftigungs- und Bildungschancen eröffnen. Eine moralische Verpflichtung, Flüchtlingen neben dem Schutz vor Verfolgung auch zusätzlich einen höheren Lebensstandard als vor dem Eintreten ihrer Verfolgungsbedrohung zu bieten, gibt es aber nicht. Zudem gibt es eine große Angst der Deutschen, dass die Migration mit ihren kulturellen und religiösen Hintergründen den sozialen Frieden gefährden könnte. Einfache Lösungen für einen Wandel hin zu einer langfristig verantwortlichen und effizienten Flüchtlingspolitik gibt es nicht. Ein Rückblick auf frühere Völkerwanderungen wird hierbei hilfreich sein.

Das renommierte Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) hat mit seinem (erneut erschreckenden) „Konfliktbarometer“ seine jährlich erscheinenden Berichte zum weltweiten Konfliktgeschehen fortgesetzt. Für das Jahr 2019 hat das HIIK weltweit insgesamt 358 Konflikte dokumentiert, von denen 196 gewaltsam und 162 gewaltlos ausgetragen werden. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Kriege dabei von 16 auf 15 leicht zurück. Der Drogenkonflikt in Brasilien, zwei innerstaatliche Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo und der von islamistischen Gruppen angetriebene Konflikt in der Sahelzone eskalierten zu Kriegen. Gleichzeitig de-eskalierten 5 Kriege und 11 Kriege setzten sich fort. Die Anzahl der begrenzten Kriege weltweit ging von 25 auf 23 zurück. 4 Konflikte wurden von den Konfliktparteien selbst beigelegt oder vom HIIK nach zweijähriger Inaktivität geschlossen. Das HIIK klassifiziert und definiert politische Konflikte u.a. anhand von Konflikttypen, Konfliktakteuren und Konfliktgegenständen. Dabei wird deutlich, dass der häufigste Konflikttyp der innerstaatliche Konflikt sowie die Auseinandersetzung um die politische Orientierung oder ideologische Ausrichtung des politischen Systems ist. Die Region mit den meisten Kriegen blieb auch 2019 / 2020 der Nahe Osten und Nordafrika. In Afghanistan, Ägypten, Syrien, Libyen, Jemen und der Türkei beobachtete das HIIK insgesamt 8 Kriege. Der 2010 nach dem Aufstand der Opposition gegen das Regime von Baschar al-Assad in Syrien geführte Krieg, der das Land nach mehr als 10 Jahren in Trümmern, Angst und Armut hinterlassen hat, wurde zu einem begrenzten Krieg herabgestuft. Insbesondere die neu aufgeflammten Oppositionskonflikte in der Region, wie im Irak und Iran, standen im Zentrum der weltweiten medialen Aufmerksamkeit. Im subsaharischen Afrika verringerte sich die Zahl der Kriege im Vergleich zum Vorjahr von 6 auf 5, ebenso gingen die begrenzten Kriege leicht von 9 auf 8 zurück. Drogenkonflikte in Mexiko und Brasilien wurden insbesondere wegen der hohen Todeszahlen als Kriege beobachtet. Zudem wurden 3 weitere begrenzte Kriege ausgetragen, 2 davon in Kolumbien und 1 in Mexiko. Der Oppositionskonflikt in Nicaragua hingegen wurde zu einer gewaltsamen Krise herabgestuft. In Asien und Ozeanien verzeichnete das HIIK einen Abstieg der begrenzten Kriege von 7 auf 5. Krisenherde waren hier die fortlaufenden Grenzstreitigkeiten zwischen Indien und Pakistan, bei denen es zu den ersten Luftangriffen seit 1971 kam. Zwei begrenzte Kriege auf den Philippinen setzen sich fort, während der Konflikt zwischen der Arakan Army und der Regierung in Rakhine State in Myanmar, sowie der Unabhängigkeitskonflikt Papuas in Indonesien zu begrenzten Kriegen eskalierten. In Europa beobachtete das HIIK auch im Jahr 2019 / 2020 keinen Krieg. Allerdings wurde der seit April 2014 andauernde Ostukrainekonflikt als begrenzter Krieg fortgeführt; bei diesem geht es der ukrainischen Regierung darum, die von Wladimir Putin unterstützte Ostukraine mit den 2 von Separatisten proklamierten Volksrepubliken in Donezk und Luhansk wieder in die staatlichen Strukturen des Landes einzugliedern.

Insgesamt zeigt das jährliche „Konfliktbarometer“ des HIIK weiterhin die Alarmstufe „Rot“: Kurzum: Die Welt gerät aus den Fugen!

Und auch die symbolische sog. „Weltuntergangsuhr“ (englisch doomsday clock) der Zeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“ („Berichtsblatt der Atomwissenschaftler“) ist am 27.01.2021 in Abhängigkeit von der Weltlage auf nur noch 100 Sekunden vor Mitternacht umgestellt worden. Die Uhr – eigentlich „Uhr des Jüngsten Gerichts“ – spielt auf die Metapher an, es sei „fünf Minuten vor zwölf“, wenn ein äußerst nachteiliges Ereignis unmittelbar droht. Sie soll der Öffentlichkeit verdeutlichen, wie groß das derzeitige Risiko einer globalen Katastrophe, insbesondere aufgrund eines Atomkrieges oder einer Klimakatastrophe, ist. Die Entscheidungen trifft der BAS-Aufsichtsrat gemeinsam mit einem Sponsorenrat, in dem zurzeit (2020) immerhin 17 Nobelpreisträger vertreten sind.

Selbst die „Ordnung“ zur Zeit des Kalten Krieges von 1947 bis 1989, der sich binnen weniger Jahre aus tödlichen Konflikten – zweiter Berlinkrise, Kubakrise, nuklearem Wettrüsten – entwickelt hat, ist lange dahin, ohne dass sich eine neue Ordnung gebildet hätte. Damals hielten sich die Supermächte in einem funktionierenden, hoch-regulierten Kartell unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und der sog. Ostblock unter Führung der Sowjetunion mit allen – auch atomaren – Mitteln gegenseitig in Schach. Das Ganze spielte sich ab in einem stabilen, hochgradig berechenbaren System unter diplomatischer Kontrolle und bestimmt durch die gemeinsame Überzeugung beider Seiten, dass ein Nuklearkrieg nicht zu gewinnen und unter allen Umständen zu vermeiden sei. Das war nicht der ewige Frieden, aber geleitet von der „wechselseitig gesicherten Zerstörung“ war die Verbindung der Supermächte stärker als alles, was sie trennte. Nachdem der Ost-West-Konflikt 1962 durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba fast eskaliert wäre, fanden von 1969 bis 1979 Gespräche zur Begrenzung der strategischen Rüstung („Strategic Arms Limitation Talks“ – SALT) statt. 1970 wurde der Kreis der Nuklearmächte im Atomwaffensperrvertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) eingegrenzt, wird allerdings seitdem von minderen Mächten wie Iran und Nordkorea in Frage gestellt. Wichtigstes Ergebnis waren dann die sog. SALT-Verträge und der am 28.05.1972 zwischen den USA und der Sowjetunion abgeschlossene Rüstungskontrollvertrag zur Begrenzung von antiballistischen Raketenabwehrsystemen (ABM-Vertrag). Jene Zeit war geprägt vom altrömischen Motto „fide sed vide“„trau schau wem“, d.h. vom bipolaren, nuklearen und globalen Gleichgewicht.

1990, als die Sowjetunion in sich zusammenfiel, redete sich der Westen trotz der nach wie vor reichlich vorhandenen nuklearen Waffen ein, Russland sei zwar groß, aber ohnmächtig. Daher wurden die 3 Zwischenjahrzehnte des Interregnums, als die Pax Americana die Weltordnung sich selbst überließ, unzureichend genutzt für die Zwecke einer dauerhaften Weltordnung sowie verlässliche Institutionen, Konfliktmanagement und Frieden. Den Architekten der neuen Weltunordnung hätte es deutlich werden müssen, dass das östliche Europa – alias „the bloodlands“ – quer durch die Jahrhunderte Gestaltungsprobleme aufwirft, die sich wiederholen und jedenfalls zu größtmöglicher Vorsicht raten. Entweder können sich die Staaten des europäischen Westens u.a. mit Polen gut stellen und, wie mit der NATO-Erweiterung geschehen, Russland ins Abseits drängen. Oder sie können mit Russland gegen Polen und Polens Beschützer optieren. Beides zusammen ist noch niemals dauerhaft gelungen. Nur wenig der alten Einsicht ist geblieben und eine Erneuerung steht kaum in Aussicht. Als letzter verbliebener bilateraler Abrüstungsvertrag galt seit 2010 bis 2020 der sog. „New-START-Vertrag“, der eine weitere drastische Reduzierung der Atomsprengköpfe und eine Option für eine fünfjährige Verlängerung vorsah. Daher hat auch Henry Kissinger, einer der Architekten der Entspannung im Kalten Krieg sowie von 1973 bis 1977 Außenminister der Vereinigten Staaten, die Lage als eine drohende „inevitability of tragedy“ beschrieben.

Und wenn man genauer hinschaut, sind wir schon längst auf dem Weg in einen neuen Kalten Krieg. Dieses Mal allerdings unklarer und fragiler als zu Zeiten des „ersten“ Kalten Krieges und mit umgekehrtem Vorzeichen. Heute geht es um nicht mehr und nicht weniger als den Weltfrieden – ein schon fast abgenutztes Wort: Auf der einen Seite Amerika, Indien, Japan, Australien sowie auf der anderen Seite China und Russland – mit Nordkorea und Taiwan in der Mitte – tasten ab, ob ein kalter Krieg noch vermieden werden kann, oder ob vom Himalaya bis nach Neuseeland, von Indien und Australien über Ostasien bis nach Alaska eine neue Frontlinie verläuft. Auch Horst Teltschik, von 1999 bis 2008 Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und einer der besten Russland-Kenner, hat die aktuelle Lage in seinem Buch „Russisches Roulette. Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden“ als hochgradig instabil beschrieben. Er hat daran erinnert, welch ungeahnte Chancen sich 1989/90 ergeben hatten, eine dauerhafte internationale Friedensordnung zu schaffen, und warum daraus nichts geworden ist. In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war noch die Rede vom wünschbaren NATO-Beitritt des „neuen Russland“ und von der künftigen eurasischen Sicherheitszone von den Stränden des Atlantiks bis an die Grenzen Chinas. Die Erweiterung des westlichen Verteidigungsbündnisses Richtung Osten sollte die Weltordnung stabilisieren. Dies Bestreben war über Nacht vorbei, als das Putin-Russland 2014 die von Nikita Chruschtschow vorgenommene „Schenkung“ der Krim an die Ukraine gewaltsam in eine dauerhafte und diplomatisch nicht mehr verhandelbare Annexion veränderte. In den Ländern des östlichen Mitteleuropas kehrte nun – nicht ohne militärischen Grund – die Angst zurück. Die USA verhängten die stärksten Sanktionen und Strafmaßnahmen gegen Russland als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine, außerdem wegen Wahlbeeinflussung, Cyberaktivitäten, Menschenrechtsverletzungen, den Einsatz chemischer Waffen, wegen Handels mit Nordkorea und der Unterstützung der Regierungen von Syrien und Venezuela sowie wegen des Pipeline-Projekts Nordstream 2.

Inzwischen befinden sich die Reste der Stabilität durch die russische und Trump’sche Politik in Trümmern. Dabei ist es atemberaubend zu sehen, in welchem Maß die Macht, die den „ersten“ Kalten Krieg gewann, die Gesetze und Regeln desselben verlernt hat. John F. Kennedy und Henry Kissinger, Ronald Reagan und George Bush waren sich über das Regime der Sowjetunion stets im Klaren. Allesamt waren sie Anhänger der Abschreckung und stets bereit, ihre Verbündeten gegen den sowjetischen Machthunger zu schützen. Gleichzeitig aber sorgten sie seit der Kubakrise dafür, dass der Gesprächsfaden mit dem Kreml niemals abriss. Die „Nach-Trumpschen“ USA unter dem amerikanischen Präsidenten Joe Biden versuchen, das durch die Vereinten Nationen (UN) verkörperte Völkerrecht als Kern der „alten Ordnung“ wieder durchzusetzen und Alleingänge von Autokraten zu stoppen, wobei sie mit Europa als Verbündetem rechnen. Dabei wird international aufgerüstet und von gegenseitigem Vertrauen ist nichts mehr zu spüren. Trotz Russlands Aggressionen muss die derzeitige Konfrontation und Eskalationsspirale zwischen NATO und Russland dringend durch eine neue Entspannungspolitik entschärft werden. Mit einem Klein-Klein von Sanktionen hin und her verfehlen die Mächte und ihre Dirigenten die fundamentale Aufgabe, die Welt wieder zu einem sicheren Platz zu machen – wenigstens so weit, wie am Ende des „ersten“ Kalten Krieges. Anders als der Republikaner Trump (und Putin) zeigt der Demokrat Biden kein Interesse daran, Europa zu schwächen oder zu spalten – ganz nach dem bekannten Motto: Russland ist niemals so schwach, wie es scheint, aber auch niemals so stark, wie es droht.

Nicht weniger als 600 Jahre Dominanz europäischer Ideen in der Weltgeschichte sind unwiederbringlich zu Ende gegangen. Nicht mehr der Atlantik ist das Gravitationszentrum der Welt, sondern der Indopazifik. Dabei wurde lange Zeit der dramatische und allumfassende Aufstieg der Volksrepublik China als Weltmacht kaum beachtet. In seinem macht- und expansionspolitischen Streben macht das weiter erstarkende chinesische „Reich der Mitte“ ohne Rücksicht auf konkurrierende Interessen keinen Hehl mehr aus seinem Streben nach weltpolitischer Dominanz. 2001 träumte die westliche Welt vom „Wandel durch Handel“, als China der Welthandelsorganisation beitrat; Tauwetter schien in Sicht. Das ist lange her.

Schon jetzt werden das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang im äußersten Nordwesten der Volksrepublik China, das überwiegend von Uiguren und Han, aber auch Mongolen besiedelt ist, sowie Tibet, Hongkong und Taiwan als unveräußerliche Teile von Chinas Territorium bezeichnet.

Xinjiang ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das ausgedehnte autonome Gebiet der Uigurischen Nationalität im Nordwesten der Volksrepublik China, dessen Landschaft durch Wüsten und Berge geprägt ist. In der Region leben zahlreiche ethnische Minderheiten, darunter überwiegend die turksprachigen Uiguren und Han, aber auch Mongolen. Auch die alte Seidenstraße – eine Handelsroute, die China und den Nahen Osten verband – verlief durch Xinjiang. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich in Xinjiang von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Peking wirft uigurischen Gruppen Terrorismus vor. Die Europäische Union sowie Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Langem, dass China Hunderttausende Uiguren, Kasachen, Hui und Mitglieder anderer Minoritäten in Xinjiang in Umerziehungslagern inhaftiert. China weist die Vorwürfe hingegen zurück und spricht von „Fortbildungszentren“.

Das von der Volksrepublik China ebenfalls beanspruchte Tibet ist ein autonomes chinesisches Gebiet auf der Nordseite des Himalaya-Gebirges. Aufgrund ihrer gewaltigen Gipfel wird die Region auch als „Dach der Welt“ bezeichnet; der Mount Everest liegt an der Grenze zu Nepal. Die Hauptstadt Lhasa beherbergt den auf einem Hügel gelegenen Potala-Palast, die ehemalige Winterresidenz des Dalai Lama. Der ebenfalls in Lhasa gelegene Jokhang-Tempel gilt als spirituelles Herz Tibets und wird aufgrund seiner goldenen Statue des jungen Buddhas verehrt. Tibet war von 1912 bis 1951 ein de facto unabhängiger Staat. Jahrhundertelang unter chinesischer Suzeränität konnte er sich in dieser Zeit aufgrund der inneren Konflikte in China faktisch völlig von der chinesischen Oberhoheit lossagen, ohne dabei allerdings international als unabhängiger Staat anerkannt zu werden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg unternahm die chinesische Regierung wieder Bestrebungen, Tibet unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Oktober 1950 rückten Truppen der Volksbefreiungsarmee nach Tibet vor. Appelle der tibetischen Regierung an die Vereinten Nationen blieben erfolglos und im Mai 1951 unterzeichnete eine tibetische Delegation unter massivem Druck das Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets. Dieses gab der chinesischen Regierung die Kontrolle über die tibetische Außenpolitik und erlaubte die Stationierung von Truppen in Tibet, sicherte aber Tibet gleichzeitig weiterhin seine innere Autonomie zu. In den ersten Jahren ließ die chinesische Führung das politische System des Landes zwar unangetastet, begann aber in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zunehmend eigene chinesische Verwaltungsstrukturen aufzubauen, die Infrastruktur entsprechend auszubauen und Programme zur Landreform in Angriff zu nehmen. Diese Entwicklung führte 1959 zu einem Aufstand mit zehntausenden Todesopfern auf tibetischer Seite. Der 14. Dalai Lama floh daraufhin nach Indien, worauf China 1965 alle Regierungsfunktionen des Landes übernahm und Tibet administrativ vollständig eingliederte. Die Frage des völkerrechtlichen Status des tibetischen Staatswesens wird bis heute kontrovers diskutiert.

Hongkong wiederum ist eine sog. Sonderverwaltungszone und ehemalige britische Kolonie im südöstlichen China. Das lebendige, dicht besiedelte Stadtzentrum ist ein wichtiger Hafen und ein Finanzzentrum mit einer von Wolkenkratzern geprägten Skyline. In gewisser Weise hat Peking ein Hongkong-Trauma. 2014 legten die „Regenschirmrevolution“ und 2019 gewaltsame Protest-Demonstrationen die Sonderverwaltungszone für mehrere Monate lahm. Mit Wirkung vom 01.07.2020 erließ die Volksrepublik deshalb ein „Sicherheitsgesetz“. Der Gesetzestext ist an vielen Stellen vage formuliert und sichert der Zentralregierung in Peking und den Sicherheitskräften den absoluten Durchgriff in Hongkong. Er richtet sich gegen Delikte, die Peking als „Separatismus“, „Subversion“, „Terrorismus“ und „Kollaboration mit ausländischen Mächten“ betrachtet. Chinas „Sicherheitsgesetz“ stößt international auf Kritik und bei der Demokratiebewegung in Hongkong auf Entsetzen, zumal damit der Autonomie-Status der Stadt de facto beendet ist. Zudem verschärfte China am 30.03.2021 das Hongkong-Wahlgesetz, mit dem die politische Führung in die Hände von „Patrioten“ gelegt werden soll.

Der Taiwan-Konflikt ist ebenfalls brandgefährlich. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als Teil ihres Territoriums – obwohl sie auf der Insel niemals die Herrschaft innehatte. Bislang ist Taiwan unabhängig und einer der wenigen asiatischen Staaten, die sich in den 80er-Jahren erfolgreich demokratisiert haben. Zudem ist Taiwan seit dem Korea-Krieg ein enger Verbündeter der USA. Bis 1979 erkannte Washington Taipeh sogar diplomatisch an – allerdings als Vertretung Chinas. Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen unterhalten die USA und Taiwan enge Beziehungen, Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung inklusive. Dabei verschärft sich Pekings Rhetorik seit einiger Zeit und immer häufiger unterstreicht die chinesische Führung auch militärisch ihren Anspruch auf die Insel. Beobachter gehen davon aus, dass Joe Biden im Vergleich zu seinem Vorgänger zwar weniger über Taiwan reden, die Insel aber ebenso felsenfest unterstützen wird.

Auch im Südchinesischen Meer stehen sich Washington und Peking feindselig gegenüber. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat 2016 zwar das dortige Seegebiet zu philippinischem Hoheitsgebiet erklärt. Aber die Volksrepublik ignoriert das Urteil und besteht weiterhin auf ihren Ansprüchen. So hat sie in den vergangenen Jahren ihre dortigen Präsenzen weiter ausgebaut, Inseln aufgeschüttet sowie Landebahnen und Lagerhallen gebaut. Mit dieser Militarisierung will Peking die USA aus dem Westpazifik drängen, einer Region, die die chinesische Führung traditionell als ihre Einflusssphäre betrachtet. Die USA sind dort seit 1945 die militärisch dominierende Macht, etwa mit Flotten und Stützpunkten auf dem pazifischen Guam. Und ähnlich wie im Taiwan-Konflikt besteht auch hier die Gefahr, dass die Feindseligkeit eskaliert – und in einen militärischen Konflikt mündet. 2019 verabschiedete die US-Regierung unter Donald Trump eine „Indo-Pazifik-Strategie“, mit der der chinesische Einfluss eingedämmt werden soll. Zu dieser Strategie gehört es, „Freedom of Navigation“-Übungen durchzuführen, um auf das Recht auf freie Seefahrt zu pochen. Zudem vertiefen die 4 Länder USA, Indien, Japan und Australien – genannt „The Quad“ – ihre „Quadrilateral Dialoge“, um ein strategisches Gegengewicht zu China im indopazifischen Raum herzustellen. Diese Länder hatten im Jahr 2004 nach dem tragischen Tsunami, der am zweiten Weihnachtsfeiertag große Teile Südostasiens verwüstete und rund 230.000 Opfer in 14 Ländern forderte, zu einer koordinierten Hilfsaktion zusammengefunden. Insgesamt illustrieren die Spannungen im Südchinesischen Meer wie fast kein anderer Konflikt die Dynamik zwischen einer etablierten und einer aufstrebenden Militärmacht und gelten als Paradebeispiel für einen Konflikt, über den die USA und China in einen Krieg stolpern könnten.

China will keine – von den USA so genannte – „‘regelbasierte‘ internationale Ordnung“. Vielmehr hätten die USA eine „Demokratie im Stil der Vereinigten Staaten“ und China eine „Demokratie chinesischen Stils“. China betrachtet sich also erkennbar nicht mehr als moralisches Entwicklungsland, sondern nun auch als eine „Weltmacht der Werte“. Diese Selbstermächtigung ist für die Experten der Machtpolitik eine logische, doch für die Freunde der bürgerlichen Freiheitsrechte keine gute Nachricht. Bei der Eröffnung des Volkskongresses hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 10.03.2021 erklärt, der neue Fünf-Jahres-Plan von 2021 bis 2025 sei mit einer Steigerung der Militärausgaben im Jahr 2021 um 6,8 % ein guter Anfang, um die nationale Verteidigung und die Streitkräfte zu stärken. Die Militärentwicklung müsse von Innovationen getrieben sein. Es gehe darum, eine „hochkarätige strategische Abschreckung“ aufzubauen. Angesichts von „Instabilitäten“ und „Unsicherheiten“ müssten die gesamten Streitkräfte „immer bereit sein, auf verschiedenste komplexe und schwierige Situation zu antworten“, und müssten sich auf ihre „Kampfbereitschaft“ konzentrieren. – Die Modernisierung und der Ausbau des chinesischen Militärs erfolgt vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit den USA, der Grenzzwischenfälle mit Indien sowie der Ansprüche und Streitigkeiten um Inseln und Meeresgebiete im Ostchinesischen und im Südchinesischen Meer und angrenzende Gewässer sowie um das Pazifischen Becken, bis hin zu den Bodenschätzen Afrikas. Angesichts der inzwischen vollzogenen „Eingliederung“ von Hong Kong warnte Admiral Philip S. Davidson, Kommandeur des United States Indo-Pacific Command, am 14.03.2021 eindringlich vor Pekings militärischer Macht: China könnte innerhalb der kommenden 6 Jahre in Taiwan einmarschieren. Er mache sich zudem Sorgen, dass China die USA „bis 2050“ aus ihrer internationalen Führungsrolle verdrängen werde. Ebenso warnte er davor, dass das US-amerikanische Außengebiet auf der Insel Guam im Westpazifik mit dem wichtigen Luftwaffenstützpunkt Andersen Air Force Base zum Ziel werden könnte. Deshalb forderte er 27 Mrd. US-$ vor allem für die Installation eines neuen Raketenabwehrsystems gegen China und Nordkorea rund um den Luftwaffenstützpunkt auf Guam, 3.000 Kilometer südöstlich des chinesischen Festlands und 6.000 Kilometer von Hawaii entfernt. Zudem kündigte die US-Luftwaffe im März 2021 an, sehr beschleunigt eine Hyperschallrakete zu testen, mit der „hochwertige, zeitkritische“ oder „massiv abgeschirmte Ziele“ attackiert werden können – eine Warnung an China wegen dessen Raketenstützpunkten gegenüber Taiwan sowie an den nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong-un, sich in seinen Raketenbunkern nicht zu sicher zu fühlen. Denn Kim strebt an, die Führungsmacht der Anrainer Chinas zu sein, ohne China explizit zu erwähnen oder zu drohen. Nordkorea sei eine „strategische Macht in Nordostasien“, sagt er. Eine der schwierigsten Aufgabe des amerikanischen Präsidenten Joe Biden im Pazifik wird es deshalb sein, zu versuchen, China – so weit es eben geht – mit einer gemeinsamen Position gegenüber Pjöngjang an der Seite der USA zu halten.

Deshalb rückt die um 2010 von dem US-Politologen Graham Allison populär gemachte „Thukydides-Falle“ wieder in die Diskussion. Diese lehnt sich an die Vorstellung des Athener Strategen Thukydides an, dass ein Krieg zwischen der etablierten Großmacht Sparta und dem aufstrebenden Athen unvermeidlich geworden sei. Eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den USA und China sei demnach so gut wie unausweichlich. Für Europa bedeutet das alles: Das Augenmerk kann nicht mehr in der Ukraine oder am Hindukusch enden. Westliche Solidarität ist jetzt weltweit gefragt. Die EU-Sanktionen gegen China wegen der Uiguren kommen zur richtigen Zeit. Die Weltordnung zu verteidigen, erfordert Einigkeit – ohne darauf zu setzen, dass ein kalter Krieg mit China auf Biegen und Brechen kommen soll und alternativlos ist. Niemals darf es in der Außenpolitik eines Staates dazu kommen, dass sich das Wort des Carl von Clausewitz umkehrt, die Politik sei die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Leider spiegeln sich all diese Spannungen in der internationalen Politik auch in einem Anstieg der Rüstungsausgaben wider, der bereits seit der Besetzung der Krim-Halbinsel durch Russland im Jahr 2014 zu beobachten ist. Nach Angaben des internationalen Friedensforschungsinstitutes „SIPRI“ (Stockholm International Peace Research Institute) sind die Militärausgaben weltweit deutlich gestiegen: Insgesamt gaben die Staaten 2019 dafür rund 1,92 Billionen US-$ aus – der gegenüber dem Vorjahr mit 8,5 % höchste Zuwachs seit 10 Jahren. Der Gesamtumsatz der 25 größten internationalen Rüstungsunternehmen 2019 lag bei insgesamt 361 Mrd. US-$ (knapp 300 Mrd. Euro). Die 12 US-Unternehmen, die in der Rangliste erfasst sind, stehen für 61 Prozent der Verkäufe weltweit. Allein die 5 größten Rüstungsproduzenten Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics verzeichneten einen Umsatz von 166 Mrd. US-$ (136 Mrd. Euro). Auf Platz eins im weltweiten Waffenhandel rangierten mit weitem Abstand die USA, gefolgt von China und Russland. Und – so möchte ich sarkastisch hinzufügen – diese Waffen müssen ja nun auch möglichst schnell wieder in kriegerischen Handlungen „verbraucht“ werden, damit in den Folgejahren der Rüstungshandel weiter „florieren“ kann. Angesichts des weiteren Anstieges der Rüstungsausgaben forderte die Umweltschutzorganisation Greenpeace daher ein „radikales Umdenken“. Weltweit seien durch die Corona-Pandemie Hunderte Millionen Existenzen bedroht, Abermillionen seien infiziert und Unzählige hätten keine ausreichende medizinische Versorgung. Die Zahlen von „SIPRI“ zeigten deshalb, wohin das knappe Geld nicht fließen sollte: Immer weiter in die Taschen der internationalen Waffenindustrie.

Erstaunlicherweise lässt dabei die Gefahr eines atomaren Weltunterganges die Deutschen weitgehend kalt, obwohl sich viele von uns noch an die vehementen Anti-Atomproteste der 1980er Jahre erinnern werden. Während die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und die Volksrepublik China „offizielle“ Atommächte sind, gelten Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea sowie vermutlich der Iran und Saudi-Arabien als „faktische“ Atommächte. Nur begrenzt wirksam ist dabei der von den 5 Atommächten USA, Frankreich, VR China, Großbritannien und der Sowjetunion initiierte und mittlerweile von 191 Vertragsstaaten unterzeichnete und von den meisten auch ratifizierte Atomwaffensperrvertrag, der Anfang März 1970 in Kraft getreten ist. Er sollte die Weiterverbreitung von Kernwaffen beenden, die Abrüstung vorantreiben und für mehr globale Sicherheit sorgen. In den vergangenen Jahren geriet die langjährige Erfolgsgeschichte jedoch ins Stocken.

Auch der Klimawandel, der Klimaschutz und die Umweltfragen nehmen trotz der großen medialen Aufmerksamkeit und der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) in der Einschätzung der Öffentlichkeit nur einen nachgeordneten Rang ein. Dies ist umso bedenklicher, als sich in diesem Jahrhundert zeigen wird, ob der Mensch in der Lage ist bzw. war, die wohl letztmalige Chance der Abwendung der Umwelt- und Klimakatastrophe gemäß der u.a. im Dezember 2015 in Paris stattgefundenen UN-Klimakonferenz wirkungsvoll zu nutzen. Denn mit der Klimaerwärmung droht der Menschheit eine apokalyptische Katastrophe: Unsere Erde ist der bislang einzig bekannte Planet, der sich in einer für uns Menschen „habitablen“, d.h. bewohnbaren Zone des Universums befindet, die sich in unserem Sonnensystem ungefähr von der Venus- bis zur Marsbahn erstreckt. Die Erde liegt mittendrin – hat also optimale Bedingungen für Leben. Aber unsere Zivilisation funktioniert nur bei einer bestimmten „Betriebstemperatur“. Trotzdem sind wir gerade dabei, diese Temperatur dramatisch und Menschheits-vernichtend zu verändern. Die am 05.05.2020 veröffentlichte Studie eines internationalen Teams von Klimaforschern unterschiedlicher Disziplinen der Universität Wageningen in den Niederlanden und von der Universiät Nanjing in China hat hierzu ein sehr düsteres Bild gezeichnet. Zwar weiß heute niemand, wie die Welt im Jahr 2070 aussehen wird. Aber anhand von Daten aus Vergangenheit und Gegenwart konnten die Wissenschaftler komplexe Modellrechnungen erstellen – deren Ergebnisse davon abhängen, wie die Menschheit sich in den kommenden Jahrzehnten entscheidet und verhält. Sie verwendeten dazu das worst-case-Szenario des Weltklimarates IPCC, in dem davon ausgegangen wird, dass kein besserer Klimaschutz betrieben wird und der jährliche Ausstoß an Treibhausgasen weltweit weiter so zunimmt, wie in den vergangenen Jahrzehnten. Die Modellrechnungen ergaben die alarmierenden Werte, dass sich Gebiete mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von mehr als 29 Grad Celsius von jetzt 0,8 % (vor allem in der Sahara) bis 2070 auf 19 % der weltweiten Landfläche ausdehnen werden. Damit würden rund 3,5 Milliarden Menschen außerhalb der klimatischen und ökologischen Nische leben, an die sich die Menschen seit mindestens 6.000 Jahren angepasst haben. Sie müssten z.B. in Südamerika, Afrika, Indien, Südostasien und Nordaustralien unter der erhebliche Hitze von durchschnittlich 29 Grad leiden. Nur, wenn die Klimaziele eingehalten würden, die die meisten Länder bereits vereinbart haben, könnte diese Situation verhindert oder zumindest verbessert werden. Die Ergebnisse der Studie sind daher ein inständiger Appell an die Weltgemeinschaft, den CO2-Ausstoß unverzüglich und rasch zu senken.

Darüber hinaus könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um mehr als 1 Meter ansteigen, wenn die Menschheit weiterhin so viel Treibhausgas wie bislang produziert. Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 100 internationalen Meeresspiegel-Experten, die im Mai 2020 von Wissenschaftlern der Nanyang Technological University in Singapur veröffentlicht wurde. Was die Menschheit heute innerhalb weniger Jahrzehnte tut, bestimmt den Meeresspiegelanstieg für viele Jahrhunderte. Selbst bei einer schwächeren Erwärmung von 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau sagen die Experten immer noch einen steigenden Meeresspiegel von durchschnittlich etwa 0,5 Metern bis 2100 voraus. Für das Szenario eines unverminderten Ausstoßes und einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 4,5 Grad Celsius erwarten sie einen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 0,6 und 1,3 Metern. Bis 2300 könnte der Meeresspiegel demnach sogar um 1,7 bis 5,6 Metern ansteigen. All diese Veränderungen würden zwar weniger schnell ablaufen, als z.B. die Folgen der aktuellen Corona-Pandemie. Im Gegensatz zu dieser könnte die Menschheit aber nicht einmal in einer absehbaren Zeit – wie durch Impfungen – auf eine Erleichterung hoffen.

Zudem treibt die Menschheit in immer schnellerem Tempo Raubbau an den globalen Ressourcen und „lebt über ihre Verhältnisse“. Deshalb errechnen die Umweltorganisation „Global Footprint Network“ und das „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“ jährlich den sog. Erdüberlastungstag (sog. „Earth Overshoot Day“). Grundlage dieser Bilanz sind z.B. der Verbrauch des Acker- und Weidelandes, der Fischgründe und des Waldes bzw. Holzes, aber auch der CO2-Ausstoß und die Flächennutzung. Dieser Tag beschreibt den Zeitpunkt eines Jahres, ab dem die Weltbevölkerung mehr natürliche und nachhaltig nutzbare Ressourcen und Rohstoffe nutzt, als im Verlauf des betreffenden Jahres nachwachsen können. Berechnet wird dieses Überlastungsdatum seit dem Jahr 1970. Damals fiel der Tag noch auf den 29. Dezember. 50 Jahre später hat sich der Zeitpunkt um mehrere Monate nach vorne verlagert. So hat die Weltbevölkerung im Jahr 2021 bereits ab dem 29. Juli „auf Pump“ und zu Lasten der folgenden Generationen gelebt. Gründe sind der starke Anstieg der CO2-Emissionen um prognostizierte 6,6 Prozent gegenüber 2020, sowie der Verlust von 0,5 Prozent Biokapazität der Wälder, vor allem durch die rasante Abholzung des Amazonas-Regenwaldes. Mittlerweile beansprucht die Weltbevölkerung jährlich Ressourcen von 1,75 Erden. Würden alle Länder so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 3 Erden nötig. Dass Deutschland in der Regenerationsbilanz der Erde im Vergleich deutlich schlechter dasteht als die meisten anderen Länder, liegt am relativ hohen Industrieanteil der heimischen Wirtschaft. Denn das verarbeitende Gewerbe steht hierzulande für rund 30 % der Wertschöpfung, deutlich mehr als in anderen westlichen Volkswirtschaften, wie Großbritannien oder USA. Umweltorganisationen und Verbände sprechen daher von einer dramatischen und vor allem besorgniserregenden Entwicklung. Wichtigster Lösungsvorschlag, um den Ressourcenverbrauch zu drosseln, ist nach Ansicht von Experten die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist dabei ein geschlossener Materialkreislauf, um nicht nur Ressourcen effizient zu nutzen, sondern auch, um die Entstehung von Abfällen zu minimieren und im Idealfall sogar zu vermeiden. Mehr Kreislaufwirtschaft wäre besser für die Umwelt – und rentabler für die Firmen wäre es auch; aber die Recyclingquote in der Industrie verharrt seit Jahren auf einem relativ niedrigen Niveau. Zudem sollen es nun die Dekarbonisierung mit einem niedrigeren Umsatz von Kohlenstoff, die erneuerbaren Energien, wie die Windkraft, oder gar völlig neuartige Energien richten. Aber die Weltgemeinschaft reagiert momentan noch viel zu gelassen und langsam, um dieses Problem wirklich zu bewältigen. Obwohl Klima und Umwelt die Belastungen nicht länger aushalten, tun wir weiterhin so, als hätten wir mehrere Erden. Ein massiver Einsatz von E-Autos mit elektrischem Antrieb kann hieran immerhin ein wenig ändern, wenn hierdurch der CO2-Ausstoß bis 2030 deutlich gesenkt wird. Ob zudem Technologiesprünge in den 2030er oder 2040er Jahren einen Umstieg auf alternative, klimafreundliche Kraftstoffe möglich machen werden, ist derzeit noch offen.

Auch die Epidemien und Pandemien nehmen beängstigende Ausmaße an. Nachdem bereits in früheren Zeiten Massen von Menschen durch Pest etc. hingerafft worden sind, können heutzutage nach Ansicht der Experten jederzeit neue Epidemien auftreten. Dabei werden sich neue Krankheitserreger in und aufgrund unserer globalisierten Welt wahrscheinlich schneller zu Pandemien verbreiten, als in früheren Zeiten. In diesem Jahrhundert wurden Pandemien bereits in einer zunehmend raschen Aufeinanderfolge verursacht durch das SARS-Virus (2002 und 2003), das H1N1-2009-Virus der Schweinegrippe (2009), den EHEC-Keimträger (2011), die EBOLA-Fieber-Epidemie (2014–2016) und das neuartige, weltweit grassierende und dem SARS-Virus ähnliche und mutierende Coronavirus COVID-19 (2019/2021). – Und welch böse Überraschungen werden wir erst erleben, wenn die schmelzenden Permafrost-Böden uralte Viren und Bakterien freisetzen! Aber nicht nur Viren und Bakterien werden im Zuge des Klimawandels zur Bedrohung für unsere Gesundheit. Auch Zecken und Mücken spielen in unseren Breiten zunehmend eine Rolle als Überträger von Infektionskrankheiten, die zuvor auf südliche Gefilde beschränkt waren. Ein Grund dafür ist, dass eingeschleppte Arten besser durch die milder gewordenen Winter kommen.

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie Ende 2019 meldeten die Statistiker für Deutschland Monat für Monat Rekordbeschäftigungen. Doch nicht nur die Pandemie, sondern auch die digitale Revolution hinterlässt bereits ihre Spuren. Denn wir erleben gerade, dass die Umwandlung veralteter, manueller Arbeitsweisen in moderne digitale Arbeitsabläufe für viele Unternehmen einer Revolution gleichkommt. Die Verlagerung von Geschäftsprozessen ins Internet und in die Datenwolke ist für viele Unternehmen ein Zentralthema der digitalen „Transformation“ im 21. Jahrhundert. Die Unternehmenslenker wissen, dass jeder große Erfolg auf sparsamen Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen beruht. Deshalb arbeiten sie zunehmend in der Datenwolke mit unterschiedlich spezialisierten Anbietern zusammen. Und sog. Hyperscaler, wie etwa Amazon Web Services, Google, Microsoft, IBM und Alibaba, bieten seit geraumer Zeit ihre sog. Cloud-Services an, dabei teilen sie momentan 70 bis 80 % des riesigen Milliarden-schweren Weltmarktes unter sich auf. Insgesamt befinden wir uns also nicht nur – wie es bereits allerorten heißt – in einem Prozess der „Transformation“ (von lateinisch transformare, dt. umformen, verwandeln), d.h. in einer grundlegenden Veränderung unseres industriellen und wirtschaftlichen Systems. Vielmehr ist dies letztlich ein euphemistischer Begriff (griechisch εὐφημία euphēmía; εὖ (eu) ‚gut‘ und φημί (phēmí) ‚ich sage‘), den ich weniger beschönigend, mildernd oder verschleiernd als „Disruption“ bezeichnen möchte.

Noch offener gesagt: Die Menschheit befindet sich im Umbruch!

Doch wenn sich schon der Begriff „Transformation“ einer klaren Definition entzieht, so erweisen sich simple Antworten auf den „Umbruch“ erst recht als Irrweg. Angesichts dieser „Weltlage“ sollten wir alle meines Erachtens vertraut sein bzw. gemacht werden mit dem Verständnis der Geschichte und der Politik, den Herausforderungen der Zukunft, insbesondere der Kriege, des Terrorismus, des Populismus, der weltweit wachsenden Bedeutung religiöser Phänomene und der Flüchtlingsströme – um nicht zu sagen: der Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts. Sowohl der Klimaschutz wie auch die (Atomwaffen-) Abrüstung sind für das Fortbestehen der Menschheit im wahrsten Sinne des Wortes „existentiell“ und Frieden gibt es nicht mit, sondern nur ohne Waffen. Gefragt ist vor allem das kreative Potenzial von Unternehmen und Individuen – und die Verantwortung der gesamten Gesellschaft. Insgesamt ist es höchste Zeit, über die Veränderungen konstruktiv nachzudenken und nicht nur über Lösungsansätze zu sprechen, sondern sie zu schaffen.

Im Kern geht es dabei auch um unsere Zukunftsfähigkeit und Arbeitswelt. Dabei müssen wir erkennen: Deutschland steigt ab und wir sind bereits mitten in diesem Prozess. Immer noch ist unser Land von den Narben zweier Weltkriege gezeichnet; es ist im Industriezeitalter groß geworden, wurde lange Zeit vom großen Bruder Amerika beeinflusst und beschützt und muss sich nun gemeinsam mit seinen europäischen Nachbarländern in einer sich rapide ändernden Situation der Großmächte und Großunternehmen zurechtfinden.

Bereits 2016 wurde von vielen erkannt, dass Deutschland im Wettstreit um die digitale Zukunft schon die 1. Halbzeit verloren hat. Dabei ging es um die Konsumenten-Plattformen, Social Media, Google, Facebook und Amazon, die alle in Amerika oder auch in Asien, aber keine einzige davon in Europa entstanden sind. Die auswärtigen technischen Handelsplattformen beherrschen unseren Markt. Und heute wird immer klarer: Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden wir auch die 2. Halbzeit verlieren, in der es darum geht, wo sich die Daten befinden und wer den Nutzen daraus ziehen kann. Denn wieder geschehen Cloud und Hyperscaler, d.h. Computing-Netzwerke zur Erzielung massiver Skalierungen im Bereich Cloud Computing und Big Data mit einer horizontalen Skalierbarkeit, nicht in Europa. Unter den 100 größten börsennotierten Unternehmen der Welt stammen nur noch 2 Unternehmen aus Deutschland, nämlich SAP und Siemens – ganz zu schweigen von der Eroberung des Weltraums. Zudem droht eine Polarisierung des Arbeitsmarktes, die der Gesellschaft harte Entscheidungen abverlangt. Gerade wir Deutsche haben die Tradition, dass wir uns überwacht fühlen. Wir hatten das Dritte Reich und in der DDR gab es auch einen Überwachungsstaat. Wir alle haben Angst davor, dass unsere individuellen Grund- und Freiheitsrechte und damit unsere Daten in irgendeiner Weise missbraucht werden. Datenschutz ist daher ein großes Wort. Dabei verkennen wir freilich den Wert, der in den Daten steckt und der auch für gesellschaftlichen Wohlstand und unser Fortkommen stehen kann. Nicht ohne Grund gibt es inzwischen das Akronym „GAFAM“ für die auch Big Five genannten US-amerikanischen Technologie-Unternehmen Google (Alphabet), Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. Akronyme dieser Art werden insbesondere dann verwendet, wenn Gemeinsamkeiten der Unternehmen wie rasches und kaum aufholbares Wachstum bedingt durch den Netzwerkeffekt, die oligopolistische Marktbeherrschung und die unüberprüfbare Kapitalisierung von Nutzerdaten beschrieben werden. Die digitale Revolution ist keine spekulative Blase, sondern eine globale Notwendigkeit: Facebook, Amazon, Alphabet, Apple und Microsoft bestreiten inzwischen 20 % der Marktkapitalisierung im S&P 500. Alle 5 Unternehmen befinden sich nach rasantem Wachstum zwischen 2010 und 2020 gemessen an ihrer Marktkapitalisierung unter den weltweit 10 größten Unternehmen.

Aber auch die Volksrepublik China ist dabei, zu einem Haupt-Matador des politischen und wirtschaftlichen Weltgeschehens zu werden. Jahrzehnte-lang haben wir uns daran gewöhnt, dass unsere Konsum-Artikel in Asien und vor allem auch in China als den verlängerten Werkbänken westlicher Unternehmen hergestellt werden. Aber inzwischen ist China dabei, diesen Prozess mit Riesenschritten umzukehren. Peking investiert im Rahmen des Projekts „Neue Seidenstraße“ zum Ausbau von interkontinentalen Handels- und Infrastrukturnetzen sowie im Weltraum mit dem "Himmelspalast" viele Milliarden Euro. Selbst zahlreiche NATO-Mitglieder wie Griechenland, Italien, Polen, Ungarn oder Kroatien haben ihre Märkte für chinesische Investoren geöffnet; einige Länder haben sich bei Peking sogar hoch verschuldet. Europa und vor allem auch Deutschland sind dabei schon seit Jahren ein begehrtes Investitionsziel. Ein besonderes Beispiel dafür war 2018 die Übernahme des Robotik-Unternehmens KUKA AG, das neben Fanuc, ABB und Yaskawa zu den unangefochtenen Top 4 auf dem weltweiten Markt für Industrieroboter zählt und zudem über ein erhebliches (westliches) militärisches Know How verfügt. Besonders beliebt sind bei chinesischen Investoren nach wie vor die Branchen Maschinenbau und Automobil sowie zunehmend die Biotechnologie und Medizintechnik sowie andere innovative Vorreiter. Deshalb wird hierzulande inzwischen kritisch über den chinesischen Einfluss auf deutsche Unternehmen diskutiert. Gemäß dem Fünf-Jahres-Plan von 2021 bis 2025 will China – so Xi Jinping – bereits bis 2025 mit seiner „Made in China 2025-Strategie“ zu einem Weltmarktführer in Hightech-Branchen wie IT, Maschinenbau, Umwelttechnik und Biotech werden. Dabei sollen mehr Anstrengungen unternommen werden, sich in Wissenschaft und Technologie unabhängig zu machen und die Innovationen energisch voranzutreiben. Und zum hundertsten Jubiläum der kommunistischen Machtübernahme soll China dann 2049 „die führende Industrienation“ sein. Dabei soll die schon erfolgreich begonnene „Neue Seidenstraße“, den gesamten eurasischen Kontinent zu einem Wirtschaftsraum unter chinesischer Führung verbinden.

Auch ein diplomatischer Ton wird kaum etwas daran ändern, dass die zwischen den USA und China schwelenden Konflikten vielfältig sind und das amerikanisch-chinesische Verhältnis verfahren ist. Dabei geht es auch um den von Donald Trump 2018 losgetretenen „Handelskrieg bzw. „Trade War“ gegenüber China mit der Folge gegenseitiger Import- und Strafzölle. Anfang 2020 schlossen Washington und Peking dann einen (brüchigen) Burgfrieden, der China dazu verpflichtete, den Einkauf von Energie, Industriegütern, Agrarerzeugnissen und Dienstleistungen in den USA zu steigern. Bestehende Strafzölle blieben jedoch in Kraft. Und die strukturellen Probleme im amerikanisch-chinesischen Handel bestehen nach wie vor: etwa der ungleiche Marktzugang und Pekings Bevorzugung von Staatsunternehmen sowie die Cyber-Gefahr chinesischer Tech-Unternehmen für die nationale Sicherheit der USA. US-Medien nennen diesen Konflikt deshalb auch – in Anlehnung an den Handelskrieg – den „Tech War“. Peking betreibt seit Jahren einen technologischen Nationalismus: Google, Twitter und Facebook sind in China seit etwa 2010 gesperrt. Die Volksrepublik hat ein eigenes digitales Ökosystem aufgebaut – sozusagen ein großes Intranet im globalen Internet. Beobachter gehen davon aus, dass sich die „Cyber-Balkanisierung“ fortsetzt: Das Internet zersplittert in immer mehr Intranets, weil sich – vorangetrieben von Peking – immer mehr autoritäre Staaten mit eigenen Plattformen vom Internet abkoppeln. Eine Idee, die im Weißen Haus kursiert, scheint es zu sein, die technologische Zusammenarbeit mit dezidiert demokratischen Verbündeten zu stärken gegen Chinas Missbrauch, Chinas räuberische Praktiken und Chinas Export von Werkzeugen, die es benutzt, um seinen Techno-Autoritarismus zu verbreiten. Konkret könnte dies bedeuten, dass Washington mit demokratischen Verbündeten sichere Halbleiterkapazitäten aufbaut. Denn Halbleiterchips sind das technologische Rückgrat der modernen Wirtschaft. Sie stecken in praktisch jedem vernetzten Produkt, von Autos über Handys bis hin zu Kühlschränken.

Wir Deutsche sind verwöhnt von unseren bisherigen Nachkriegs-Erfolgen bequem, selbstgefällig und selbstzufrieden geworden. Was uns immer mehr entfällt, sind der Wille und der „Biss“, uns quer durch alle Branchen neu zu erfinden. Stattdessen ziehen wir uns in einen Turbo-Individualismus zurück, wo wir nur noch unser eigenes, individuelles Interesse als relevant ansehen und nicht mehr das gesellschaftliche Fortkommen von Deutschland oder von Europa. Daher müssen wir uns um den Wirtschaftsstandort Deutschland sorgen – und diese Sorge muss in progressive und innovative Politik umgewandelt werden. Denn der deutsche Abstieg ist eine Tatsache, aber kein Naturgesetz. Heute geht es deshalb um die (Neu-) Orientierung nicht nur auf technischem und digitalem Gebiet, sondern in allen Facetten des gesellschaftlichen Lebens. Schon heute wird das diffuse Gefühl der allumfassenden Veränderung von vielen Bürgern als Anpassungsstress wahrgenommen. Politiker, Unternehmer, Arbeitnehmer und Konsumenten bekommen die Veränderungen und Umwälzungen täglich zu spüren. Daher predigen Spitzenpolitiker und Topmanager unablässig, dass sich durch die Digitalisierung, die wachsenden Klimaschutzanforderungen und den veränderten Umgang miteinander in der Gesellschaft unser Leben und auch die Art und Weise, wie wir arbeiten, völlig wandeln wird. Produkte, Arbeitsprozesse, ganze Berufsgruppen werden verschwinden und bestenfalls ersetzt. Viele Zeitgenossen fragen sich daher schon heute sorgenvoll, wo zukünftig ihr Gelderwerb für den Lebensunterhalt herkommen soll. Oft sind es dann Forderungen nach einem ordnenden Staat, der alles regeln und den Einzelnen schützen soll. Zugleich werden Rufe nach einfachen Lösungen laut.

Während die drohende Klimakatastrophe und der enorme Ressourcenverbrauch der Menschheit den Planeten zerstört, machen sich Tausende von Informatikern und Ingenieuren daran, die Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz (KI) voranzutreiben. In der Digitalisierung sind heute das Quantencomputing, die Quantenkryptografie und die Quantensensorik diejenigen Felder, in denen zukünftig neue Technologien der sog. zweiten Quantenrevolution entstehen. Schon heute werden z.B. geleerte Regale automatisch aufgefüllt oder Temperaturen in Büroräumen per App automatisch reguliert. Die digitale Vernetzung macht es möglich, Maschinen aufeinander abzustimmen bzw. sie sich autonom untereinander abstimmen zu lassen, Zeit und Ressourcen einzusparen und individuelle Produktionen auch in geringen Stückzahlen wirtschaftlich herzustellen. In Bayern wollen führende Wissenschaftler und Hochschulen die Quantenforschung vorantreiben und aufbauend auf unterschiedlichen Technologien mindestens zwei Quantencomputer entwickeln. In fünf bis zehn Jahren sollen die Superrechner in verschiedenen Gebieten einsatzfähig sein und Deutschland und Europa in der Zukunftstechnologie international unabhängig machen. Ein Quantencomputer speichert Informationen nicht in Form von Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich Eins oder Null. Ein „Qubit“ eines Quantencomputers kann hingegen viele Zustände gleichzeitig einnehmen. Damit können Quantencomputer theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner. Quantenphänomene ermöglichen beispielsweise abhörsichere Datenübertragung. Auch könnten Quantencomputer die Entwicklung von Medikamenten durch die Simulationen und Analysen der für den Krankheitsmechanismus relevanten Moleküle beschleunigen. Deshalb hat die Fraunhofer Gesellschaft einen Quantencomputer des US-Konzerns IBM in Betrieb genommen, den ersten Rechner dieser Art außerhalb der USA. Heute geht es aber nicht mehr darum, den Menschen ihre Arbeit zu erleichtern. Vielmehr werden heute menschliche Tätigkeiten in den Fabriken und Büros von Computern und Maschinen mit ihrer „Künstlichen Intelligenz“ (KI) umso schneller übernommen, je leichter ein Arbeitsplatz zu automatisieren ist. Enorme Auswirkungen hat dies auch auf die Produktions- und Arbeitswelt: In den Fabriken der Zukunft verschmelzen IT und Fertigungstechnik. Die Maschinen sollen all das können, was bisher nur wir Menschen können bzw. konnten, und zwar um ein Vielfaches „optimierter“. Kurzum: Die Arbeit wird den Menschen „weggenommen“.

Die „Robotisierung“ wird massive Konflikte, Gewinner und Verlierer schaffen. Leicht wird dabei vergessen, dass wir in der Weltwirtschaft schon seit Jahren angeschlagen sind, weil wir die früheren Krisen (noch) nicht bewältigt haben: Nach dem Platzen von Internet- (2000) und Immobilienblase (2007), der Insolvenz der Lehman-Bank (15.09.2008) und der Euro-Krise der Europäischen Währungsunion mit Staatsschuldenkrise, der Bankenkrise und Wirtschaftskrise (ab 2010), dem Flüchtlingszustrom (seit 2015) und mit den Folgen der CORONA-Pandemie (seit 2019) ist die Welt mit einem Rekordwert von 53 Billionen US-$ (2020) in einen Kreditrausch geraten, der durch die Null- und Niedrigzinspolitik von Amerikanern, Japanern und Europäern ständig befeuert wird. Und wenn eines Tages der Höhepunkt der aktuellen Corona-Pandemie überwunden sein wird, dann wird sich zeigen, dass die erneuten Schuldenkrisen einiger Mitgliedstaaten der Eurozone nicht nur die Folgen der Pandemie sind, sondern schlicht die Folgen (weiterhin) unsolider Finanzpolitik mit Haushaltsdefiziten und Schuldenständen in erheblicher Höhe jenseits aller Defizitkriterien des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Die Staatschulden einiger Euroländern werden sich dann erneut zu einer gravierenden Schuldenkrise der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion auswachsen. Deshalb wird schon jetzt wieder über die Entschuldung der Hauptkrisenländer (Schuldenerlass, Schuldenschnitt) und die Ausgabe von Eurobonds und teilweise auch über die durch den EU-Gründungsvertrag verbotene Haftungsübernahme für Schulden anderer Staaten diskutiert. Reformen und Haushaltsdisziplin der Staaten in der Eurozone bleiben daher eine Daueraufgabe.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser Situation hat der am 14.03.2018 im Alter von 76 Jahren verstorbene britische Astrophysiker Stephen Hawking, der aufgrund seiner schweren Erkrankung selbst von moderner Technik abhängig war, seine Mitmenschen im Januar 2016 in einer BBC-Vortragsreihe vor den tödlichen Folgen des Fortschrittes im Anthropozän und vor der Selbstausrottung der Menschheit durch einen selbst verschuldeten Untergang gewarnt. Auch in seinem erst nach seinem Tod erschienenen letzten Buch „Kurze Antworten auf die großen Fragen“ (Klett Cotta Verlag – Original: „Brief Answers To The Big Questions“) hat er die Menschheit in vielfacher Hinsicht in ihrem Fortbestand als gefährdet angesehen: Als mögliche Gründe nannte er hierfür neben dem Einschlag eines großen Asteroiden gentechnisch veränderte Viren, Atomkriege und die globale Erwärmung, das rasante Wachstum der Weltbevölkerung, das Auftreten von Pandemien und den globalen Klimawandel. – So ganz abwegig scheint diese Warnung nicht zu sein! – Zugleich äußerte Hawking seine Überzeugung, dass die Erde nur noch 100 Jahre lang bewohnbar sei und wir Menschen uns schon sehr bald eine neue Heimat im All suchen und auf andere Planeten umsiedeln müssten. – Allerdings ist hier anzumerken, dass der momentan von den Raumfahrtunternehmen heiß begehrte Planet Mars auf seiner alle 16 Jahre nächsten Bahn immer noch 56 Mio. Kilometer von der Erde entfernt ist und allein die „One-way-Reisezeit“ 6 bis 8 Monate beträgt. Vor allem die Künstliche Intelligenz hat Hawking als größte Gefahr und unkalkulierbares Risiko für die Menschheit ausgemacht. Da die Menschen durch ihre langsame biologische Evolution beschränkt seien, könnten von ihnen geschaffene intelligente Maschinen eines Tages klüger werden als ihre Schöpfer. In der Konkurrenz würden sie den Menschen verdrängen und eine Gefahr für den Fortbestand der Menschheit darstellen. In einem viel beachteten Aufruf mit anderen renommierten Wissenschaftlern warnte Hawking:
„Künstliche Intelligenz kann die großartigste Errungenschaft der Menschheit werden. Bedauerlicherweise kann sie auch die letzte sein. Wenn es schlecht läuft, schafft die künstliche Intelligenz den Menschen ab.“

Und in der Tat sollten wir uns mehr als bisher mit der Gehirn-Computer-Schnittstelle, dem „verdrahteten Hirn“, beschäftigen. Zunächst werden wir damit – wenn unser Hirn mit digitalen Maschinen verbunden ist – Dinge durch bloße Gedanken geschehen lassen können. Danach wird es auch denkbar sein, unsere Hirne direkt mit den Hirnen unserer Mitmenschen zu verbinden, sodass diese unsere Erlebniswelt eins zu eins mitempfinden können. Ins Extrem gedacht, eröffnet das verdrahtete Gehirn schließlich die Möglichkeit dessen, was der US-amerikanische Futurist Raymond Kurzweil, Director of Engineering bei Google LLC., als Singularität bezeichnet hat: einen beinahe göttlichen Raum, in dem eine Art synchronisiertes globales Bewusstsein stattfindet. Was auch immer der dubiose wissenschaftliche Status dieser Idee momentan sein mag: Sie wird zugleich den Übergang unserer gewöhnlichen, menschlichen Existenz in eine neue „post-menschliche Dimension“ markieren. Wie der Philosoph Richard David Precht in seinem Buch „Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“ geschrieben hat, soll – ausgehend von völlig falschen Annahmen – den Maschinen sogar eine menschenähnliche Moral einprogrammiert werden. Unser menschliches Leben bedeutet aber viel mehr, als die Abfolge vorausberechneter Schritte.

Vor allem, seitdem unser Einfluss auf die Erde exponentiell wächst und sehr langlebige Spuren hinterlässt, verändern wir Menschen in unserem technisch-wissenschaftlichen Zeitalter unsere Welt mehr, als in vielen Jahrtausenden zuvor, – so sehr, dass manche Geologen bereits das „Menschenzeitalter“ einläuten. Der 35. Internationale Geologische Kongress will daher bis 2021 bei der International Commission on Stratigraphy einen Entwurf für die Einführung des sog. „Anthropozän“ als offizielle Epoche und Bezeichnung für ein neues geochronologisches Erdzeitalter, einschließlich eines geologischen Startpunktes bzw. „Golden Spikes“ („Goldener Punkt“) einreichen. Allerdings gibt es auch Bedenken, weil das aktuelle Holozän bisher erst 12.000 Jahre dauert – für ein Erdzeitalter ein nach geologischen Maßstäben extrem kurzer Zeitraum.

Insofern sollten wir auch die Gedanken von Yuval Noah Harari in seinem Buch Homo Deus“ (Verlag C.H. Beck) beherzigen. Darin hat er versucht, in die noch verborgene Welt der Zukunft vorzustoßen. Seiner Meinung nach stehen wir Menschen angesichts der aktuellen Entwicklungen, beispielsweise im Bereich der Technik mitsamt der Künstlichen Intelligenz, der Bionik und der Genetik, an der Schwelle, uns selbst zu „Göttern“ zu machen und in die noch verborgene Welt der Zukunft vorzustoßen. Deshalb sollten wir uns mit Harari fragen, was mit uns und unserem Planeten geschehen wird, wenn die neuen Technologien den Menschen „gottgleiche“ – schöpferische wie zerstörerische – Fähigkeiten verleihen und das Leben auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben. Und vor allem: Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir selbst. In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns dann allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind. Insgesamt bleibt zu hoffen, dass wir Menschen uns unserer eigenen Rolle bewusster werden, sodass das „Anthropozän“ nicht nur als Umweltzerstörung in die Geschichte eingeht. – Oder das Menschenzeitalter führt gar zu dem, was Harald Lesch und Klaus Kamphausen eindrucksvoll mit ihrem Buch beschrieben haben: „Die Menschheit schafft sich ab – Die Erde im Griff des Anthropozän“ (Knaur Taschenbuch, München 2016). Deshalb werde ich schließlich die Geschichte mit der Weltpolitik und den Brennpunkten unserer komplexen und kaum mehr zu verstehenden heutigen Welt verknüpfen und „die Welt im Umbruch“ betrachten.

„Phantasia – Über die Würde des Menschen“

Die Würde des Menschen und meine 10 Phantasien für eine bessere Welt

Am Ende bleibt dann nur noch die Frage: War der Homo sapiens wirklich die Schöpfung Gottes oder „nur“ das Spiel einer einfallsreichen Evolution?

Der Homo sapiens wurde als (vermeintlich) „sapiens“ bezeichnet, weil er erstmalig unter den Lebewesen – aus dem Lateinischen übersetzt – verständig, vernünftig, vernunftbegabt, klug, weise und einsichtsvoll in der Lage war, seine Umwelt aktiv, kreativ und bewusst zu gestalten. Allerdings haben vom Anbeginn der Menschheit – und heute in besonderem Maße – von Machtmenschen verursachte Unterdrückungen und Kriege immer wieder unermessliches Leid und Sterben über die Menschen gebracht. Auch beim noch so intensiven Durchforsten der Zeitgeschichte wird man freilich keinen einzigen Populisten oder Gewaltherrscher und keinen einzigen Terror-Verbund finden, dem es gelungen wäre, der Mehrheitsgesellschaft dauerhaft seinen Willen aufzuzwingen. Gleichwohl ist dies für alle vernünftig und humanistisch Denkenden erschütternd, unerträglich und inakzeptabel.

Wie schon der berühmte griechische Philosoph Platon (*428 v. Chr.; †348 v. Chr.) erkannt hat, gibt es nur eine stabile Währung: das Wissen. Hierzu will die vorliegende „Universalgeschichte“ einen kleinen Beitrag leisten und durch die Schilderung vergangener Epochen sowie der großen Menschheitsfragen zum besseren Verständnis der eigenen Zeit beitragen. Dabei wird sich zeigen, ob der Mensch wirklich die „Krone der Schöpfung“ darstellt – wie es schon der Philosoph Aristoteles (*384 v. Chr.; †322 v. Chr.) gemeint hat, der als Schüler von Platon zu den einflussreichsten Philosophen der Geschichte gehört, und wie es im 1. Buch Moses der Bibel heißt. In Zeiten der humanistischen Renaissance hat auch Giovanni Pico della Mirandola (*24.02.1463; †17.11.1494) – ein Ur-Mitglied meiner Familie – seine Rede und Thesen „Über die Würde des Menschen“ („De hominis dignitate“) verfasst. Sehr zum Ärger des wegen Inquisition und Hexenverfolgung berüchtigten Papstes Innozenz VIII. hat er versucht, alle Philosophien und Theologien in einer Universalphilosophie und Universalreligion miteinander zu vereinen und den Begriff der „Menschenwürde“ als Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen zu definieren. Später haben sich vor allem Mahatma Gandhi als Prophet der Gewaltlosigkeit (*02.10.1869; †30.01.1948), Martin Luther King (*15.01.1929; †04.04.1968) und Nelson Mandela (*18.07.1918; †05.12.2013) im Freiheitskampf gegen Kolonialismus, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit hervorgetan. In diesem Sinne hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 20.08.2019 auf der 10. World Conference of Religion for Peace (WCRP) – nicht zuletzt im Hinblick auf den radikal politischen Islam – die Bedeutung von Religionen in Friedensprozessen, für den Zusammenhalt und eine nachhaltige globale Entwicklung mit folgenden Worten hervorgehoben: „Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt sein. Kein Krieg darf geführt werden im Namen der Religion.“ Statt „Anlass für Unfrieden und Krieg“ zu sein, sollten Religionen als „Werkzeuge des Friedens“ dienen. Gemäß einem Zitat von Franz von Assisi hat auch Papst Franziskus am 03.10.2020 in seiner 3. Enzyklika „Fratelli tutti“ die „Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“ sowie eine offene Welt mit dem Leitprinzip der universalen Menschenwürde gefordert:„Es muss ein Bewusstsein dafür entstehen, was ein Mensch wert ist, immer und unter allen Umständen.“ (FT 106)

Zwar können wir heute mit Genugtuung feststellen, dass gemäß dem ersten Artikel unseres Grundgesetzes die Würde des Menschen als Grundrecht unantastbar ist. Aber genauso ernüchternd müssen wir leider erkennen, dass wir Menschen offenbar nicht bereit, willens oder fähig sind, aus den bitteren Erfahrungen der wechselvollen Geschichte die notwendigen Folgerungen für die Menschheit herzuleiten und Frieden zu halten. Nur die weitere Menschheitsgeschichte wird zeigen können, ob der Mensch seinen Beinamen „sapiens“ wirklich verdient. Als Optimist hoffe ich allerdings, dass Mahatma Gandhi nicht Recht hatte, als er gesagt hat: „Die Geschichte lehrt den Menschen, dass die Geschichte den Menschen nichts lehrt.“ Immerhin hat er mich mit diesen Worten aber dazu inspiriert, abschließend ein wenig über die Würde des Menschen und über eine bessere Welt zu philosophieren und zu phantasieren. Gern folge ich dabei dem Verständnis von Richard David Precht in der Einleitung seines Buches „Erkenne die Welt – Eine Geschichte der Philosophie, Band I“:
„Philosophieren ist das Schärfen unseres Instruments des Denkens in der Hoffnung, die begrenzte Zeit unseres Daseins ein wenig bewusster zu erleben. Und sei es auch nur, um zu verstehen, was wir nicht verstehen.“

Nur bei einer kritischen Rückbesinnung auf unsere Geschichte werden wir in der Lage sein, die aktuellen Erkenntnisse friedlich zu nutzen und die Risiken der Gegenwart verantwortungsbewusst zu bewältigen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch nun genauso viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Lesen dieses Buches, wie mir das Schreiben bereitet hat. Ich verspreche: Die Lektüre lohnt sich!

Herzlichst Ihr und Euer

Gerhard Picot

Inhaltsübersicht

DIE UNIVERSALGESCHICHTE Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt aus den Fugen ISBN

Für diejenigen Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und Interessierte, die sich gern einen raschen Überblick verschaffen möchten, habe ich die wichtigsten Etappen unserer Geschichte in einem Einführungs-Band mit dem Titel „DIE UNIVERSALGESCHICHTE IN KURZGESCHICHTEN“ in kurzen Essays zusammengefasst – ganz nach dem Motto: „Maximales Wissen mit minimalem Aufwand“.

Und für all diejenigen, die dann „auf den Geschmack gekommen“ sind und ihr Wissen noch weiter vertiefen möchten, habe ich die einzelnen Kapitel zusätzlich in den 12 Bänden meiner „UNIVERSALGESCHICHTE – Alles vom Urknall bis zur heutigen Welt im Umbruch“ (auch als Nachschlagewerk) ausführlich dargestellt, und zwar im:

Band I
Der Urknall sowie die Entwicklung und Erforschung des Universums und der Erde – seit 13,82 Mrd. Jahren bis heute

(Gesamtausgabe als eBook)

Erhältlich auch als eBook und Taschenbuch:

Teil 1: Die Entwicklung und Erforschung des Universums vom Urknall bis heuteseit 13,82 Mrd. Jahren

Teil 2: „New Space“ – Die Meilensteine der Weltraumforschung und der Aufbruch ins Weltall

Teil 3: Die Entwicklung und Erforschung der Erde – seit 4,6 Mrd. Jahren bis heute

Band II
Die Entwicklung der Menschheit – seit 2,8 Mrd. Jahren bis heute

Band III
Die Entwicklung der Hochkulturen, Philosophien und Religionen

(Gesamtausgabe als eBook)

Erhältlich auch als eBook und – nur per Email über gerhard@picot.de – als Taschenbuch:

Teil 1: Die frühen Hochkulturen und der Beginn der Epoche des Altertums (7000 – 200 v. Chr)

Teil 2: Die Philosophien in der „Achsenzeit der Weltgeschichte“ (800 – 200 v. Chr.)

Teil 3: Der Ursprung und die Geschichte der Religionen

Band IV
Die ersten Großreiche, das klassische Griechenland und die Entstehung der Römer, Kelten und Germanen bis zur Zeitenwende

(Gesamtausgabe als eBook)

Erhältlich auch als eBook und Taschenbuch:

Teil 1: Die ersten Großreiche

Teil 2: Das klassische Griechenland

Teil 3: Die Entstehung der Römer, Kelten und Germanen bis zur Zeitenwende

Band V
Von der Zeitenwende bis zum Ende der Antike

(01 – 500)

Band VI
Das Mittelalter zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit

(500 – 1400)

Band VII

Die Neuzeit, der erste Weltkrieg und die Zeit bis zum Ende des deutschen Kaiserreiches

(01.01.1500 – 28.11.1918)

Band VIII
Die Weimarer Republik, das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg (09.11.1918 – 08.05.1945)

Band IX
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

(08.05.1945 – 31.12.2000)

Band X
Unser 21. Jahrhundert: Die ersten 21 Jahre

(01.01.2001 – 31.12.2021)

Band XI
Die Welt im Umbruch und ihre aktuellen Brennpunkte

Band XII

Die Würde des Menschen

Zur leichteren Übersicht ist jedem Band eine Inhaltsübersicht vorangestellt und am Ende befindet sich dann noch ein detailliertes Inhaltsverzeichnis mit Kalendarium und ein ausführliches Sach- bzw. Stichwortverzeichnis.

Herausgeber und Autor

Prof. Dr. Gerhard Picot

Prof. Dr. Gerhard Picot war nach seiner juristischen Ausbildung und verfassungsrechtlichen Promotion von 1977 bis 1979 wissenschaftlicher Assistent an der Albertus-Magnus-Universität zu Köln und anschließend bis 2004 Partner der internationalen Anwaltssozietät Freshfields. Nach seiner Pensionierung gründete er die PICOT Rechtsanwaltsgesellschaft mit Büros in München, Köln und Düsseldorf zur Beratung von Familien- und Mittelstandsunternehmen. Mehrfach ist er wegen seines unternehmerischen und diplomatischen Geschickes als einer der renommiertesten deutschen Anwälte im Fachgebiet der Übernahmen, Fusionen und Börsengänge (Mergers & Acquisitions – M&A) ausgezeichnet worden. Zugleich war und ist er Vorsitzender bzw. Mitglied zahlreicher Aufsichtsräte und Beiräte namhafter Unternehmen.

Parallel zu seiner anwaltlichen Tätigkeit war Prof. Picot von 1998 bis 2003 Honorarprofessor und Mitgründer des Institute for Mergers & Acquisitions der Universität Witten-Herdecke und von 2004 bis 2009 Inhaber der Professur für Wirtschaftsrecht, insbesondere M&A, an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden, wo er auch einen „Excellence Award Teaching“ erhielt. Er ist Herausgeber und Autor einer Vielzahl wirtschaftsrechtlicher und wirtschaftswissenschaftlicher Publikationen. Am bekanntesten sind seine Standardwerke „Handbuch Mergers & Acquisitions“ (Schaeffer-Poeschel, 5. Auflage), „Unternehmenskauf und Restrukturierung“ (C.H. Beck, 4. Auflage) sowie „Handbook of international Mergers and Acquisitions“ (Palgrave Macmillan – New York, Second Edition). Seine Freizeit widmet er dem Sport, der Musik und Literatur. Vor allem aber der Philosophie, d.h. dem Streben nach dem Verständnis des Universums und der Menschheit, sowie als Hobby-Historiker seinem Faible, der Welt- und Rechtsgeschichte.

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Prof. Dr. Gerhard Picot
Virchowstr. 1
80805 München-Schwabing

Kontakt

E-Mail: gerhard@picot.de
www.picot.de

Umsatzsteuer:

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27 a Umsatzsteuergesetz:
DE218510281

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Datenschutz

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Außerdem haben Sie das Recht, unter bestimmten Umständen die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. Details hierzu entnehmen Sie der Datenschutzerklärung unter „Recht auf Einschränkung der Verarbeitung“.

2. Allgemeine Hinweise und Pflichtinformationen

Datenschutz

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Werden Ihre personenbezogenen Daten verarbeitet, um Direktwerbung zu betreiben, so haben Sie das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung Sie betreffender personenbezogener Daten zum Zwecke derartiger Werbung einzulegen; dies gilt auch für das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht. Wenn Sie widersprechen, werden Ihre personenbezogenen Daten anschließend nicht mehr zum Zwecke der Direktwerbung verwendet (Widerspruch nach Art. 21 Abs. 2 DSGVO).

Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde

Im Falle von Verstößen gegen die DSGVO steht den Betroffenen ein Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde, insbesondere in dem Mitgliedstaat ihres gewöhnlichen Aufenthalts, ihres Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes zu. Das Beschwerderecht besteht unbeschadet anderweitiger verwaltungsrechtlicher oder gerichtlicher Rechtsbehelfe.

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Recht auf Einschränkung der Verarbeitung

Sie haben das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. Hierzu können Sie sich jederzeit unter der im Impressum angegebenen Adresse an uns wenden. Das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung besteht in folgenden Fällen:

  • Wenn Sie die Richtigkeit Ihrer bei uns gespeicherten personenbezogenen Daten bestreiten, benötigen wir in der Regel Zeit, um dies zu überprüfen. Für die Dauer der Prüfung haben Sie das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.
  • Wenn die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten unrechtmäßig geschah/geschieht, können Sie statt der Löschung die Einschränkung der Datenverarbeitung verlangen.
  • Wenn wir Ihre personenbezogenen Daten nicht mehr benötigen, Sie sie jedoch zur Ausübung, Verteidigung oder Geltendmachung von Rechtsansprüchen benötigen, haben Sie das Recht, statt der Löschung die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.
  • Wenn Sie einen Widerspruch nach Art. 21 Abs. 1 DSGVO eingelegt haben, muss eine Abwägung zwischen Ihren und unseren Interessen vorgenommen werden. Solange noch nicht feststeht, wessen Interessen überwiegen, haben Sie das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.

Wenn Sie die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten eingeschränkt haben, dürfen diese Daten – von ihrer Speicherung abgesehen – nur mit Ihrer Einwilligung oder zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen oder zum Schutz der Rechte einer anderen natürlichen oder juristischen Person oder aus Gründen eines wichtigen öffentlichen Interesses der Europäischen Union oder eines Mitgliedstaats verarbeitet werden.

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Wenn Sie uns per E-Mail, Telefon oder Telefax kontaktieren, wird Ihre Anfrage inklusive aller daraus hervorgehenden personenbezogenen Daten (Name, Anfrage) zum Zwecke der Bearbeitung Ihres Anliegens bei uns gespeichert und verarbeitet. Diese Daten geben wir nicht ohne Ihre Einwilligung weiter.

Die Verarbeitung dieser Daten erfolgt auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, sofern Ihre Anfrage mit der Erfüllung eines Vertrags zusammenhängt oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich ist. In allen übrigen Fällen beruht die Verarbeitung auf Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO) und/oder auf unseren berechtigten Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), da wir ein berechtigtes Interesse an der effektiven Bearbeitung der an uns gerichteten Anfragen haben.

Die von Ihnen an uns per Kontaktanfragen übersandten Daten verbleiben bei uns, bis Sie uns zur Löschung auffordern, Ihre Einwilligung zur Speicherung widerrufen oder der Zweck für die Datenspeicherung entfällt (z. B. nach abgeschlossener Bearbeitung Ihres Anliegens). Zwingende gesetzliche Bestimmungen – insbesondere gesetzliche Aufbewahrungsfristen – bleiben unberührt.

Quelle: eRecht24